Videospiel

Hildesheimer spielen Streetpong an der Ampel

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Die Idee: Ein Spieler kann auf einem kleinen Touchscreen an dem gelben Drücker der Ampel mit dem Zeigefinger einen virtuellen Ball hin und herschiessen.€“ Auf der anderen Strassenseite steht ein Gegenspieler an der Ampel und schießt zurück.

Hildesheim - In Hildesheim macht das Warten an der Fußgängerampel künftig Spaß. Dort haben Studenten das Kult-Video-Spiel „Pong“ an einer Ampel installiert. Das Spiel, dessen Idee bereits als Video kursierte, wurde am Mittwochvormittag installiert.

Es gehört zu den rätselhaften Paradoxien der Gegenwart, dass der Mensch dank Internet, Fast Food und Flugzeug enorm viel Zeit spart und trotzdem keine hat. Körperlich ist sie zu spüren, die Ungeduld, die an einem nagt, wenn es nicht vorangeht. Abwarten und Tee trinken fällt schwer. Doch es hilft nichts, manche Dinge sind nicht zu beschleunigen. Und so verbringt der Mensch zahllose Stunden seines Lebens im Wartezustand. Er wartet im Stau. In der Schlange. Am Bahngleis. Auf Godot.

An einer Fußgängerampel – auch so einem zentralen Ort des zermürbenden Zeitverlusts – in Hildesheim versüßt nun ein Computerspiel den Leerlauf zwischen zwei Grünphasen. Gestern wurde die Lichtanlage am Goschentor freigeschaltet. An den gegenüberliegenden Ampelmasten hängt jeweils ein berührungsempfindlicher Bildschirm. Springt die Ampel auf Rot, können Passanten gegeneinander „Pong“ spielen. Bei dem Computerspiel aus den siebziger Jahren muss ein Ball mit einem Querbalken in die Hälfte des Gegners bugsiert werden. Erreicht dieser den Ball nicht mehr, bekommt man einen Punkt. Das Spiel endet, wenn die Fußgängerampel wieder auf Grün springt.

Entwickelt haben dieses Ampel-Pingpong zwei Hildesheimer Studenten. „Wir wollen nun solche Spiele, die ein aktives Warten ermöglichen, auch in anderen Städten etablieren“, sagt Sandro Engel, der mit seiner Kommilitonin Amelie Künzler dafür extra eine Firma gegründet hat. Die Idee zur Street-Pong-Ampel kam Engel in einem Uni-Seminar. Die Stadt Hildesheim hat die Studenten dann in technischen und rechtlichen Fragen unterstützt.Der Prototyp soll nun vier Wochen lang getestet werden. Ob die Ampel danach in Serie geht? Abwarten. Und Tee trinken.

Auf einem Touchdisplay am Ampelmast können die Wartenden während der Rotphase gegen ebenfalls wartende Fußgänger auf der anderen Straßenseite spielen. Ziel ist, virtuell einen Ball am Gegner vorbeizuschieben.

STREETPONG from HAWK Hildesheim on Vimeo.

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