Nach Verkauf in Möbelhaus

Hitler-Tasse interessiert Museum und Staatsschutz

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Unna - Das peinliche Versehen eines Möbelhauses aus Unna ist offenbar ein Fall fürs Museum: Der Möbelhändler hatte eine Hitler-Tasse ins Sortiment aufgenommen. Jetzt hat das Bonner Haus der Geschichte Interesse angemeldet. Außerdem hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Die von einem großen Möbelhaus verkaufte Kaffeetasse mit dem Konterfei von Adolf Hitler soll ins Museum. Das Haus der Geschichte in Bonn habe großes Interesse an einer der Tasse, berichtet die Bielefelder Zeitung "Neue Westfälische". Der Fall zeige, welche Verwicklungen es in einer globalisierten Welt gebe, sagte ein Museumssprecher dem Blatt.

Gleichzeitig hat jedoch auch der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Dabei gehe es um den Tatvorwurf der Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. "Der Tatbestand ist objektiv erfüllt. Auf den Tassen ist ja ein Hakenkreuz und ein Hitler-Porträt zu sehen", erklärt die Sprecherin der Dortmunder Staatsanwaltschaft. Die Staatsschutz-Beamten müssen jetzt klären, wer die Tassen bestellt hat und wer hätte wissen können, was auf den Tassen zu sehen ist.

Die von dem Möbelhaus in China georderten Tassen zeigen eine verblasste schwarz-weiße Briefmarke (30 Pfennig) aus der Nazi-Zeit mit dem Porträt Adolf Hitlers, dazu einen Poststempel mit Hakenkreuz. Beides wird überlagert von einer großen Rose und englischen Wörtern in einer großen schwarzen Zierschrift.

Nach Auskunft von Christian Zurbrüggen, Mitinhaber des gleichnamigen Möbelhauses aus Unna, sind bislang zwei Tassen in der Filiale in Oelde und sechs in Bielefeld zurückgegeben worden. 175 Tassen wurden verkauft. Das Möbelhaus hatte die Käufer aufgefordert, sie im Tausch gegen einen Gutschein zurückzugeben. Die nicht verkauften 4825 Exemplare wurden vernichtet.

dpa

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