Wasserstand stagniert

Hochwassergebiet: Hoffnung auf Entspannung

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Die Wasserstände in den Überschwemmungsbieten in Schleswig-Holstein und Hamburg stagnieren. Noch sei es jedoch zu früh, um Entwarnung zu geben.

Elmshorn/Hamburg - Vielerorts im Norden gleichen Wiesen und Felder noch Seenlandschaften - die Wasserstände in den Überschwemmungsbieten in Schleswig-Holstein und Hamburg stagnieren aber. Noch sei es jedoch zu früh, um eine Entwarnung zu geben, sagten Feuerwehrsprecher in Hamburg, Elmshorn und Norderstedt am Donnerstag.

Im Kreis Steinburg waren Hilfskräfte am ersten Weihnachtsfeiertag noch in Wrist und Wulfsmoor im Einsatz. In Wrist errichteten sie einen Sandsackdamm, um eine Gasverteilerstation vor den Fluten des Flüsschens Bramau zu schützen, in Wulfsmoor musste ein überspülter Stromverteilerkasten des Ortes trockengelegt werden.

In Schmalfeld im Kreis Segeberg sicherte die Freiwillige Feuerwehr im Schichtbetrieb seit Dienstagvormittag mehrere Einfamilienhäuser gegen die über die Ufer getretene Schmalfelder Au. „Teilweise war schon Wasser in die Keller gelaufen“, berichtete Wehrführer Michael Flessau am Donnerstag. Am Vormittag konnten Flessau und seine Kameraden dann abrücken. „Wir freuen uns, dass wir jetzt Weihnachten noch ein wenig genießen können“, sagte Flessau.

In Kellinghusen waren Straßen in der Nähe der Stör noch überflutet und auch einige Keller waren noch unter Wasser. „Wir gehen davon aus, dass wir jetzt den Scheitelpunkt erreicht haben“, sagte der Kellinghusener Wehrführer Hans-Hermann Kautz am Nachmittag. „Wir müssen jetzt sehen, was noch aus Richtung Neumünster die Stör runterkommt, aber die großen Niederschlagsmengen sind ja nicht mehr gekommen.“ Bis circa 14 Uhr registrierte Kautz rund 20 Einsätze, etwa um Sandsackbarrieren aufzubauen oder vollgelaufene Keller auszupumpen, in denen Heizungsanlagen bedroht waren.

In Hamburg musste die Feuerwehr seit Mittwochabend nicht mehr zu Hochwassereinsätzen ausrücken. Die Lage an der über die Ufer getretenen Alster entspannte sich ein wenig. Die Pegelstände stagnierten oder gingen leicht zurück, sagte ein Feuerwehrsprecher. Für eine Entwarnung sei es aber zu früh, man müsse erst abwarten, was noch an Wasser aus den überschwemmten Gebieten in Schleswig-Holstein nachlaufe. So warnte die Innenbehörde am Donnerstag auch weiter per Rundfunkdurchsage vor möglichen Überschwemmungen entlang des gesamten Alsterlaufs, entlang der Ammersbek, der Susebek und der oberen Bille.

Noch an Heiligabend waren die Einsatzkräfte vor allem in den Norden der Hansestadt ausgerückt, um in Stadtteilen wie Duvenstedt, Ohlstedt und Lemsahl-Mellingstedt Häuser und Grundstücke gegen die Alsterfluten zu schützen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden mehr als 3000 Sandsäcke verbaut, rund 140 Helfer waren im Einsatz.

Nach dem Dauerregen hatten viele Flüsse in Hamburg und Schleswig-Holstein extrem hohe Pegelstände erreicht. Etliche Felder und Wiesen glichen Seenlandschaften. Die Treene bei Treia musste am Mittwoch nach Angaben des Kieler Umweltministeriums einen Abfluss von knapp 60 Kubikmeter pro Sekunde verkraften, der mittlere Abfluss liegt bei etwa 6 Kubikmeter pro Sekunde. Die Pegel am Oberlauf von Krückau, Pinnau und Stör hätten die höchsten je gemessenen Wasserstände. Die Tiefdruckgebiete „Freia I bis IV“ hatten dem Norden in den Tagen bis Heiligabend deutlich mehr Regen beschert, als es dem Monatsmittel entspreche. Mit gut 140 Litern Regen pro Quadratmeter sei aus Wittenborn bei Bad Segeberg der höchste Niederschlagswert gemeldet worden, berichtete der Deutsche Wetterdienst in Offenbach.

dpa

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