Burgdorfer wird Zweiter

Holländer ist deutscher Flipper-Meister

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Taco Wouters ist deutscher Flipper-Meister.

Bremen - Ein Niederländer hat die deutsche Flipper-Meisterschaft gewonnen - bei dem offenen Wettbewerb durften auch Teilnehmer anderer Länder mitmachen. Der 34-Jährige ist Umweltexperte der niederländischen Regierung und flippert seit seiner Kindheit. Den zweiten Platz belegte Andreas Harre aus Burgdorf.

Seine Leidenschaft fürs Flippern entdeckte er als Kind in Kneipen: Seit Sonntag ist der Niederländer Taco Wouters nun auch Sieger der Deutschen Meisterschaft im Flippern. Erst weit nach Mitternacht setzte er sich in Bremen gegen 127 Konkurrenten aus ganz Europa durch und gewann die offenen deutsche Flipper-Meisterschaft, bei der auch Teilnehmer anderer Länder mitmachen durften. Als bester Deutscher belegte der zweimalige deutsche Meister Andreas Harre aus Burgdorf bei Hannover den zweiten Platz.

Sieger Taco Wouters (34) ist kein Neuling: „Ich spiele schon seit meinem zehnten Lebensjahr.“ Seit acht Jahren tourt er in seiner Freizeit durch Europa, um an Flipper-Turnieren teilzunehmen. Wouters etwas unorthodoxe Spielweise ist zugleich sein Markenzeichen. Die Hände immer drückbereit an den beiden Knöpfen, steht er locker vor dem blinkenden Spielgerät. Ab und zu springt er hoch, wenn es eng wird und jagt die kleine Metallkugel weiter durch den Automaten. Immer wieder feuert er sich selbst an, ärgert sich lautstark über verpasste Chancen.

Zu Hause, im heimischen Sittard nahe der deutsch-niederländischen Grenze, hat Wouters sechs Flipper in der Garage. „Ungefähr zwei Stunden pro Woche trainiere ich noch“, sagt er. Früher sei es wesentlich mehr gewesen, aber wegen seiner zwei Kinder finde er nur noch selten Zeit, zu spielen.

Der 34-Jährige kam mit hohen Erwartungen nach Bremen. Sein Ziel schon vor Turnierbeginn war der Sieg. Wouters, der als Umweltexperte für die niederländischen Regierung arbeitet, dominierte von Beginn an. Ungefährdet überstand er die Vorrunde. In der Hauptrunde qualifizierte er sich als einziger direkt für das Finale.

Neben Taco Wouters erreichte mit Albert Nomden ein zweiter Niederländer die Endrunde, die durch die beiden Deutschen Andreas Harre (Burgdorf) und Matthias Flügge (Hamburg) komplettiert wurde. Und anders als unlängst im Fußball hatte dieses Mal Holland die Nase vorn.

Der deutsche Topspieler Andreas Harre gestand seine Unterlegenheit ein und gratulierte dem Gewinner. Als bester Deutscher wollte der 49-Jährige nicht wie sonst bei offenen Meisterschaften üblich den deutschen Meistertitel für sich beanspruchen. „Ich habe schon oft genug gewonnen“, sagt der zweimalige Deutsche Meister und ehemalige Vize-Weltmeister.

Reich wird Wouters durch seinen jüngsten Triumph sicher nicht. „Wir spielen nicht um Geld- oder Sachpreise. Das würde die lockere Atmosphäre verfälschen“, sagt der Präsident der German Pinball Association, Christian Bartsch. Stattdessen winkten dem Sieger Ruhm und Ehre.

Das Erfolgsrezept des Holländers ist denkbar einfach: „Man muss entspannt sein, sich keine Gedanken machen und Vertrauen in sich selbst haben“, verrät Wouters. Gute Reflexe seien zudem sehr wichtig. Nach zwölf Stunden Flippern ist aber auch er erschöpft. „Ich muss jetzt noch vier Stunden nach Hause fahren.“

dpa

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