Miss verschwunden

Honduras bangt um seine schönste Frau

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Foto: Die honduranische Schönheitskönigin María José Alvarad ist verschwunden.

Tegucigalpa - Kurz vor der Wahl zur Miss World ist die honduranische Schönheitskönigin verschwunden. Zuletzt wurde María José Alvarado auf der Geburtstagsparty des Freundes ihrer Schwester gesehen. Die Polizei sucht nach der 19-jährigen Studentin.

Rund einem Monat vor der Wahl der Miss World in London ist die honduranische Kandidatin María José Alvarado spurlos verschwunden. Am Dienstag setzten Einheiten der Militärpolizei, des Geheimdienstes und der Staatsanwaltschaft die Suche nach der 19-jährige Studentin im Department Santa Bárbara im Westen des Landes fort, wie eine Sprecherin des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur sagte. Dort war die amtierende Miss Honduras zuletzt gesehen worden. Bislang wurden vier Verdächtige festgenommen.

María José Alvarado und ihre Schwester Sofía Alvarado waren am vergangenen Donnerstag verschwunden, nachdem sie die Geburtstagsfeier von Sofías Freund besucht hatten. Der Mann gehört zu den Verdächtigen. María José Alvarado sei in der Hauptstadt Tegucigalpa von ihrer Schwester und drei Männern in einem Auto ohne Kennzeichen abgeholt worden, sagte die Mutter der jungen Frauen der Zeitung „El Heraldo“.

Später seien die Handys ihrer Töchter ausgeschaltet gewesen. Am Samstag meldete sie die Frauen als vermisst. Für Dienstag war in der Stadt Santa Bárbara ein Solidaritätsmarsch für sie geplant. In weißer Kleidung wollten die Teilnehmer für die Rückkehr der Schwestern demonstrieren. Die Ermittler werteten unterdessen die Telefondaten der vermissten Frauen aus. „Es gibt Fortschritte und wir sind optimistisch“, sagte Polizeisprecher Hidalgo Barahona.

María José Alvarado sollte Medienberichten zufolge am Mittwoch zur Vorausscheidung des Schönheitswettbewerbs nach London reisen. Die Wahl zur Miss World findet am 14. Dezember statt. Die Organisatoren der Konkurrenzveranstaltung Miss Universe schrieben auf Twitter: „Lasst uns für Miss World Honduras María José Alvarado beten. Sie wurde als vermisst gemeldet.“

Der Fernsehmoderator und frühere Präsidentschaftskandidat Salvador Nasralla forderte, die internationale Polizeibehörde Interpol einzuschalten. „Wir wissen, dass Menschenhandel ein Problem in der Region ist. Mädchen werden entführt und zur Prostitution gezwungen“, sagte er der Zeitung „El Heraldo“. In Nasrallas Sendung X-0 da dinero war Alvarado einst als Model entdeckt worden.

Noch ist unklar, ob die junge Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Allerdings ist Honduras mit 90,4 Morden pro 100.000 Einwohnern nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) das gefährlichste Land der Welt außerhalb von Kriegsgebieten.

Erst Anfang des Jahres war Lateinamerika von einer Gewalttat gegen eine Schönheitskönigin erschüttert worden. Räuber erschossen im Januar bei einem Überfall auf einer Landstraße die frühere Miss Venezuela, Mónica Spear Mootz.

dpa

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