Polizei kennt keine Gnade

27 km/h zu schnell - 95.000 Euro Strafe

Helsinki - Fast jeder hat schon mal ein Tempo-Knöllchen kassiert. Diesen Strafzettel allerdings hätten wohl nicht viele aus der Portokasse zahlen können.

Was hätte man mit fast 100.000 Euro nicht alles machen können?

Einen Geländewagen oder vielleicht eine Harley Davidson kaufen. Ein Fertighaus importieren lassen, um die ganze Welt reisen oder einfach in Las Vegas alles verzocken.

Der finnische Unternehmer Anders W. hat die stolze Summe ganz anders verloren. Und er hatte beim Ausgeben noch nicht einmal Spaß: Er fuhr in einer 50er-Zone mit überhöhter Geschwindigkeit, genauer gesagt 27 Stundenkilometer zu schnell, und muss jetzt tief in die Tasche greifen, wie sz-online.de berichtet.

Teuerster Strafzettel der Welt?

"Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich zu schnell gewesen sein soll", sagte der Unternehmer gegenüber der Zeitung "Ålandstidningen". Allerdings hat er nun den mitunter teuersten Strafzettel der Welt dafür erhalten: Stolze 95.000 Euro soll er an Bußgeld bezahlen.

Im deutschen Bußgeldkatalog ist ein Fixbetrag für bestimmte Geschwindigkeitsübertretungen festgesetzt. In Finnland hingegen errechnet sich die Strafe abhängig vom Einkommen des Temposünders. Und das ist offenbar hoch bei Anders W.

Rennfahrer Kimi Räikönen wurde auch schon erwischt

Inzwischen bereut der 67-Jährige sein Vergehen: Er hätte das Geld lieber an ein Krankenhaus oder an einen Kindergarten gespendet, meint er zerknirscht. In Schweden, so der Unternehmer weiter, hätte er für die gleiche Übertretung nur 450 Euro zahlen müssen. Das einkommensabhängige Bußgeld müsse seiner Meinung nach erneut überdacht werden.

Die Polizei hingegen hält, trotz einiger Gegenstimmen, an dem System fest. Zuletzt wurde der Fall von Rennfahrer Kimi Räikönen, der, im Vergleich zu W., ein überschaubares Bußgeld von nur 30.000 Euro zahlen musste, für die Diskussion über Sinn und Unsinn von einkommensabhängigen Strafen genutzt.

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VF

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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