Tourismusmanagerin dennoch optimistisch

Hotelketten verlassen Lübeck

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Foto: Die Travemünde Marketing GmbH (LTM) will die touristische Attraktivität Lübecks und des zugehörigen Ostseebades Travemünde weiter steigern. Ziel ist es, trotz des Rückzugs von zwei Hotelketten, die Zahl der Übernachtungen von jetzt 1,3 Millionen bis 2020 auf zwei Millionen zu erhöhen.

Lübeck - Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Lübeck. Daran ändere auch der Rückzug von zwei Hotelketten aus Lübeck nichts, sagt Lübecks Tourismusmanagerin.

Die Hotellandschaft in der Hansestadt Lübeck ist in Bewegung. Bereits Anfang 2012 hat Mövenpick sein Hotel in der Hansestadt aufgegeben, Ende des Jahres wird die schwedische Hotelgruppe Scandic Lübeck verlassen. Die Geschäftsführerin der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM), Andrea Gastager, bleibt jedoch gelassen. Diese Konzernentscheidungen seien zwar bedauerlich, sagten aber nichts über die touristische Attraktivität Lübecks aus, sagte sie. Die LTM hat ambitionierte Pläne und will die Zahl der Übernachtungen in Lübeck und Travemünde bis 2020 von jetzt 1,3 Millionen jährlich auf zwei Millionen steigern.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband ist skeptisch, ob dies zu schaffen ist. Der Lübecker Markt sei schwierig und die seit Anfang 2012 erhobene Bettensteuer mache die Sache nicht einfacher, sagte ein Sprecher des Kreisverbandes Lübeck. Die Stadt Lübeck erhebt für touristische Übernachtungen seit Anfang dieses Jahres eine Steuer von fünf Prozent des vom Gast zu zahlenden Betrages.

Der Rückzug von Scandic habe mit dieser Bettensteuer nicht das Geringste zu tun, sagte der Vizepräsident von Scandic Europa, Michel Schutzbach. „Der Pachtvertrag für das Haus in Lübeck läuft Ende des Jahres aus und es war schon seit längerer Zeit klar, dass wir den Vertrag nicht verlängern wollen.“ Das Unternehmen wolle sich verstärkt auf die Standorte Hamburg und Berlin konzentrieren.

„Es ist natürlich bedauerlich, einen so großen und guten Hotelpartner zu verlieren. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich angesichts des attraktiven Standortes in unmittelbarer Nähe des Europäischen Hansemuseums schnell ein neuer Betreiber für das Haus findet“, sagte Gastager. Das Hansemuseum soll 2013 eröffnet werden.

Auch die Schweizer Mövenpick-Gruppe hatte ihren Rückzug aus Lübeck mit dem Auslaufen des Pachtvertrages begründet. Das Haus mit Blick auf das Holstentor war vom gegenüber liegenden Radisson Blu Senator Hotel, einem eigentümergeführten Fünf-Sterne-Haus, übernommen worden und wird jetzt unter dem Namen Park Inn geführt.

„Um das angepeilte Ziel von zwei Millionen Übernachtungen in Lübeck und Travemünde zu erreichen, brauchen wir nicht nur mehr Gäste, sondern auch rund 4300 zusätzliche Hotelbetten“, sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Gastager meinte, dabei müssten neue Zielgruppen, Themen und Segmente erschlossen werden. „Wir brauchen nicht nur Vier-Sterne-Hotels, sondern auch ansprechende Budget- und Economyhotels, Ferienhäuser, Ferienwohnungen und hochwertige Camping- und Wohnmobilplätze“, sagte sie. Nach Angaben der LTM lag Lübeck 2011 gemessen an den Übernachtungszahlen auf Rang 14 der beliebtesten deutschen Ziele für Städtereisen. 2006 hatte die Hansestadt noch Platz 17 belegt.

dpa

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