Giftige Eichenprozessionsspinner

Mit dem Hubschrauber gegen Nachtfalter-Nachwuchs

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Foto: Im Landkreis Lüneburg ist seit Mittwoch ein Hubschrauber im Einsatz, um den Nachwuchs des unscheinbaren Nachtfalters mit Chemikalien zu besprühen.

Lüneburg - Der Nachwuchs des kleinen Nachtfalters ist gefährlich. Die feinen Gifthärchen der Raupen des Eichenprozessionsspinner können gar einen allergischen Schock auslösen. Und dann machen sich die Tiere auch noch über die Eichen her. Jetzt geht es ihnen wieder an den Kragen.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners mit ihren giftigen Haaren werden im östlichen Niedersachsen in diesem Jahr auch wieder aus der Luft bekämpft. Im Landkreis Lüneburg ist seit Mittwoch ein Hubschrauber im Einsatz, um den Nachwuchs des unscheinbaren Nachtfalters mit Chemikalien zu besprühen. Während der auch für die kommenden Tage geplanten Einsätze werden die jeweils betroffenen Straßenabschnitte für etwa 15 Minuten gesperrt, sagte eine Kreissprecherin. „Der Einsatz ist aber witterungsabhängig“, betonte sie. Bei starkem Regen bleibe der Helikopter unten. Bereits seit Ende April werden befallene Bäume in Ortschaften vom Boden aus besprüht.

Im Kreis Uelzen soll es in dem kommenden Tagen mit dem Einsatz vom Boden aus losgehen. Der Landkreis Harburg will abwarten. Aktuelle Meldungen über Befall lägen nicht vor, sagte ein Sprecher. Auch der Kreis Lüchow-Dannenberg wird in diesem Jahr auf absehbare Zeit keine Maßnahmen ergreifen. „Wir beobachten die Lage und werden bei einem Befall reagieren“, sagte eine Sprecherin. Die Samtgemeinden Lüchow und Gartow führen allerdings eigene Maßnahmen durch und lassen die Raupen vom Boden aus besprühen.

Der Kontakt mit den feinen Haaren kann bei Menschen zu Hautjucken, Atemnot oder gar einem allergischen Schock führen. „Der Eichenprozessionsspinner stellt seit einigen Jahren ein wachsendes Problem in Deutschland dar“, sagte Nadine Bräsicke, Expertin für Forstschädlinge am Julius Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen. „Die Art profitiert von der überdurchschnittlich warmen und trockenen Witterung im April, verbunden mit einem verfrühten Austrieb der Eichen“, erklärte die Forstwirtin in Braunschweig. Die zuvor eher in Süddeutschland heimischen Tiere hatten sich in den vergangenen Jahren auch im Norden rasant vermehrt. In Niedersachsens ist vor allem der Osten des Landes betroffen.

dpa

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