„Karneval des Nordens“

Hunderttausende feiern Hamburger Schlagermove

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Foto: Mehr als 300.000 Zuschauer verfolgten in Hamburg den Schlagermove.

Hamburg - Längst gilt der Schlagermove als der Karneval des Nordens: In schrillen Kostümen feiern wieder Hunderttausende in Hamburg das große Gute-Laune-Spektakel. Angekündigt hat sich diesmal auch ein Volksmusiker mit blondem Haar und Sonnenbrille.

„Hossa“ und Heino - Karnevalsstimmung an der Elbe: Mit dem blonden Kultsänger an der Spitze des Umzuges und in schrillen Kostümen sind am Samstag Hunderttausende beim Schlagermove durch Hamburg gezogen. Ob mit riesigen Sonnenbrillen, neonfarbenen Perücken und Schlaghosen oder gleich im kreativen Faschingskostüm - trotz wechselhaften Wetters herrschte schon nach den ersten Klängen von den Umzugswagen Partylaune.

„Die Stimmung ist super, alles ist toll“, fand auch Heino, der mit das erste Mal beim Schlagermove dabei war. Als der 75-Jährige auf dem Wagen an der Spitze des Umzuges seine aktuellen Coversongs „Junge“, „Sonne“ oder „Alles nur geklaut“ schmetterte, brachen Jubelstürme unter seinen Fans aus, von denen einige als ihr Idol verkleidet waren. Auch seine Klassiker „Schwarze Barbara“ und „Blau blüht der Enzian“ lösten Begeisterung aus.

Rund 300.000 Feierlustige hatten sich nach Angaben der Polizei zum Spektakel auf den Hamburger Kiez begeben. „Wir gehen davon aus, dass wir 350 000 Teilnehmer haben“, sagte Sprecher Axel Annink. Im Vergleich zum Vorjahr sei es „sehr, sehr voll“, aber alles friedlich. Am Nachmittag starteten die wild geschmückten 45 Musiktrucks ihre Tour vom Heiligengeistfeld in Richtung Landungsbrücken. Der Zug führte am Fischmarkt vorbei und anschließend über die bunt bevölkerte Reeperbahn. Nach einem sonnigen Start bei sommerlichen 20 Grad, zeigten sich später Wolken am Himmel. Das gemischte Hamburger Wetter konnte die Party-Stimmung nicht trüben.

Das Publikum präsentierte sich am Samstag wie in den vergangenen Jahren bunt gemischt. Seit 1997 haben etwa Frank, Malte, Detlef und Jan aus Hamburger keinen Schlagermove verpasst. „Wir kommen her, weil wir ein Mal im Jahr richtig gute Musik hören wollen“, sagten die Männer mit riesigen Afroperücken und selbstgebastelten Kostümen. Zu den Unkostümierten, die eindeutig in der Minderheit waren, gehörten Basti und Steffen (beide 30) aus Dortmund, die eigentlich nur auf Hamburg-Besuch waren: „Wir wussten nicht dass es hier so ausgefallen und extrem ist und sind ganz überrascht“, sagten sie und bescheinigten den Hanseaten Feierfreudigkeit.

Bis zum Abend sollten die Musiktrucks ihre Runde durch St. Pauli drehen, danach war die traditionelle Aftermove-Party auf dem Heiligengeistfeld geplant: Auf einem 24.000 Quadratmeter großen Areal sollten Live-Auftritte von acht Künstlern und Bands in fünf Zelten weiter für Stimmung sorgen. Auch auf dem Kiez gab es passend zum Schlagermove zahlreiche Party-Angebote.

Der Schlagermove hat in Hamburg Tradition: 1997 nahm die bunte Party ihren Anfang und zieht seither Tausende Schlagerfans und Feierwütige aus ganz Deutschland und auch Österreich an. Im vergangenen Jahr feierten rund 350.000 Besucher bei teilweise sonnigem Wetter das Spektakel. Der Schlagermove 2015 wird am 10. und 11. Juli in Hamburg gefeiert.

dpa

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