Oliver Kahn wirbt für Abnehmprodukte

"Ich esse mehr Bananen, als jemals in meinen Strafraum geflogen sind"

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Foto: "Man sollte jetzt nicht tonnenweise Bananen am Tag essen." Oliver Kahn wirbt für das Abnehmen.

München - Als aktiver Fußballer war, waren seine Gegner Manchester United und Real Madrid. Nach seiner Zeit im Tor sind es Kohlenhydrate, Fett und Kalorien. Ein Gespräch über Essgewohnheiten, Zukunftspläne und sein Verhältnis zum FC Bayern München.

Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn (43) ereilte ein Schicksal, das er mit vielen Ex-Sportlern teilt: Ohne Sport ging das Gewicht rauf - fast um runde zehn Kilo. Jetzt hat der ehemalige Weltfußballer dem Speck aber den Kampf angesagt und macht Werbung für ein Abnehm-Programm mit Punktesystem.

Herr Kahn, wie viele Punkte hat eine Banane? Obst hat grundsätzlich null Punkte. Aber man sollte jetzt nicht tonnenweise Bananen am Tag essen.

Sie haben die Banane also nach allem, was Sie erlebt haben, nicht von Ihrem Speiseplan gestrichen? Ganz im Gegenteil. Ich esse momentan mehr Bananen als jemals in meinen Strafraum geflogen sind.

Wie viel haben Sie denn zugelegt, seitdem Sie kein aktiver Profisportler mehr sind? Sagen wir mal so: Es ist ja nicht so schwer herauszufinden, was ich während meiner aktiven Zeit gewogen habe. So zwischen acht und zehn Prozent des Körpergewichts mehr dürften es dann schon gewesen sein.

Wie ist denn das passiert? Als aktiver Sportler ist man eine bestimmte kohlenhydratreiche Ernährung gewöhnt. Nach der Karriere habe ich meine Ernährung nicht umgestellt und gleichzeitig konnte ich mein altes Sportpensum nicht ansatzweise aufrechterhalten. Ich habe angefangen zu studieren und saß viel am Schreibtisch. Irgendwann setzt man dann automatisch Gewicht an. Ich habe das Glück, dass ich vom kleinen Zeh bis zu den Haarspitzen gleichmäßig zunehme und sich das bei mir nicht in einer Kugel äußert. Darum konnte man das ganz gut kaschieren.

Aber abnehmen wollten Sie dann trotzdem? Ja. Wenn man als Sportler morgens vor dem Spiegel steht, ist man es ja gewohnt, eine bestimmte Konstitution vorzufinden. Das war irgendwann nicht mehr so. Dennoch war ich zunächst etwas irritiert, als Weight Watchers auf mich zugekommen ist. Aber der gesundheitliche Aspekt ist für mich eigentlich viel wichtiger.

Sie haben Ihr BWL-Studium in Österreich in diesem Jahr abgeschlossen. Wie war das für Sie? Ich hatte 1994 schon angefangen zu studieren und das Grundstudium an der Fernuni Hagen abgeschlossen. Das wurde in Salzburg anerkannt und so konnte ich direkt mit dem Master beginnen. Das war eine große Herausforderung für mich, zwei Jahre voll geistige Power. In 20 Jahren Profisport war der Kopf ja ganz anders belastet.

Wann können wir Sie denn - in welcher Form auch immer - wieder in der Bundesliga begrüßen? Das reizt natürlich immer. Aber momentan gibt es keine Pläne.

Wie ist Ihr Kontakt zum FC Bayern im Moment? Immer gut. Ich habe 14 Jahre meines Lebens mit all meiner Kraft in diesem Verein verbracht und kenne die handelnden Personen natürlich noch sehr gut. Der FC Bayern ist da eher familiär. Die ehemaligen Spieler sind dort immer sehr willkommen. In dem ein oder anderen Verein sind Ex-Spieler nicht mehr so gerne gesehen und das finde ich dann immer schade.

Wie sehen Sie die neue Konstellation mit Hoeneß und Sammer? Haben Sie Bedenken, dass es da noch mal richtig krachen könnte? Nein, das glaube ich nicht. Uli Hoeneß hat Matthias Sammer ja geholt, weil er eine Persönlichkeit wie ihn wollte. Matthias ist jemand, der den Erfolg über alles stellt. Er denkt in vielen Facetten ähnlich wie ich. Ich denke, dass Uli Hoeneß diese Facetten und Erfolgsprinzipien im Verein braucht. Das führt dann in der Mannschaft auch zu der Spannung, die nötig ist. Matthias ist ein absoluter Fußball-Fachmann. Ihn zum FC Bayern zu holen, war sicher ein sehr guter Schachzug.

Als Fußball-Experte beobachten Sie auch die Nachfolger-Generation der Torhüter. René Adler wurde wieder für die Nationalmannschaft nominiert. Kann er Manuel Neuer die Nummer Eins in der Nationalmannschaft streitig machen? Ich sehe da überhaupt keine Diskussion. Manuel Neuer ist die Nummer Eins und er bringt seit Jahren konstant Leistung. Leistungsschwankungen, die bei ihm auf sehr hohem Niveau sind, sind völlig normal und da muss man nicht immer sofort eine Nummer Eins infrage stellen. Die Nominierung von Adler ist absolut gerechtfertigt. Das heißt aber nicht, dass dadurch die Position der Nummer Eins von Manuel infrage gestellt werden muss.

dpa

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