Mehrere Verletzte

Intercity nach Hamburg in Stuttgart entgleist

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Foto: Der Intercity der Deutschen Bahn war kurz nach der Ausfahrt aus dem Stuttgarter Hauptbahnhof entgleist.

Stuttgart - Kurz nach der Abfahrt in Stuttgart springt der Intercity 2312 nach Hamburg-Altona aus den Schienen. Die Passagiere sind eineinhalb Stunden lang eingeschlossen. Schon im Juli war ein IC dort entgleist.

Schock für 200 Passagiere: Ein Intercity der Deutschen Bahn ist kurz nach der Abfahrt im Stuttgarter Hauptbahnhof entgleist. Bei dem Zwischenfall am Sonnabend wurden acht Fahrgäste leicht verletzt. Fast exakt an derselben Stelle war erst vor zwei Monaten ein anderer IC aus den Schienen gesprungen. Im Zugverkehr rund um Stuttgart gab es teils stundenlange Verspätungen. Fernzüge mussten die Baden-Württembergs Landeshauptstadt umfahren.

Die Gründe für den Unfall des Intercity 2312 nach Hamburg-Altona waren zunächst unklar. Die insgesamt rund 200 Reisenden blieben etwa eineinhalb Stunden eingeschlossen, teilte die Feuerwehr am Sonnabend mit. Erst dann konnten Rettungskräfte sie über die Gleise geleiten.

Die letzten drei Waggons und die schiebende Lokomotive waren etwa 200 Meter hinter dem Bahnhof aus den Schienen gesprungen - aber nicht umgekippt. Der Zug riss trotz geringem Tempo beim Entgleisen die Oberleitung herunter. Die Leitung lag auf der Lok. Da der ganze Intercity unter Strom hätte stehen können, mussten die Fahrgäste zunächst im Zug bleiben, erklärte die Bundespolizei. Auch Feuerwehr und Sanitäter mussten warten, bis die Oberleitung gesichert war.

Erst als die Leitung abgeschaltet war, konnte die Evakuierung des Intercitys beginnen. Die Passagiere mussten schließlich über die Gleise an den Rand des Vorfelds laufen. Für verletzte und ältere Fahrgäste setzte die Feuerwehr zwei Drehleitern ein, um sie zu einer nahe gelegenen Baustelle zu bringen, wo die Rettungswagen warteten. Es waren 50 Feuerwehrleute und 20 Sanitäter im Einsatz. Die Bahn konnte den finanziellen Schaden zunächst noch nicht beziffern.

Der Unfall sei für die Reisenden glimpflich ausgegangen, ein Passagier habe eine Kopfplatzwunde, ein anderer habe sich den Fuß umgeknickt, sagte der Sprecher der Feuerwehr. Fünf Reisende wurden ins Krankenhaus gebracht. Einige Fahrgäste hätten einen Schock gehabt. Der letzte Passagier verließ den Zug um 14.00 Uhr.

Auch manche Nahverkehrsreisenden waren wegen des Vorfalls in ihren Zügen gefangen. Zwei Regionalzüge und eine S-Bahn waren gerade auf dem Weg aus dem Bahnhof, als der ICentgleiste. Auch diese drei Züge konnten nicht mehr weiterfahren und mussten geräumt werden. Einige Fahrgäste konnten nicht warten und verließen auf eigene Faust die Bahnen. Vier Passagiere verletzten sich dabei leicht.

Die Gleise der S-Bahn wurden am frühen Nachmittag wieder freigegeben. Fernzüge mussten Stuttgart weiterhin umfahren, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Bahnen auf dem Weg in die Landeshauptstadt kamen nicht weiter als zu den Regionalbahnhöfen. Von dort fuhren nur noch die Stadtbahnen weiter ins Stadtzentrum. Wer auf das Cannstatter Volksfest oder zur Demonstration gegen Stuttgart 21 wollte, musste lange Wartezeiten inKauf nehmen.

Bereits Ende Juli war ein Intercity in Richtung Hamburg fast an derselben Stelle in Stuttgart aus den Gleisen gesprungen. Die etwa 100 Reisenden blieben damals unverletzt.

dpa

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