Kurs auf New Orleans

„Isaac“ erreicht Hurrikanstärke

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In der Dominikanischen Republik hat „Isaac“ bereits eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Washington - Sieben Jahre nach „Katrina“ kommt wieder ein Hurrikan auf New Orleans zu. Wegen „Isaac“ herrscht höchste Alarmbereitschaft. Im Gegensatz zu 2005 sehen sich die Menschen an der US-Südküste besser gerüstet.

Der Sturm „Isaac“ hat sich zu einem Hurrikan entwickelt und ist auf die Südküste der USA mit der Metropole New Orleans zugesteuert. Über dem warmen Golf von Mexiko tankte er am Dienstag auf und erreichte Windgeschwindigkeiten von etwa 120 Stundenkilometern. An diesem Mittwoch ist es sieben Jahre her, dass Hurrikan „Katrina“ New Orleans unter Wasser setzte und 1800 Menschen tötete. „Isaac“ dürfte bei weitem nicht „Katrinas“ Wucht erreichen. US-Präsident Barack Obama warnte jedoch davor, den Sturm zu unterschätzen, auch wenn die Vorkehrungen besser seien als 2005.

Nach Angaben des Hurrikan-Zentrums in Miami drohten heftiger Regen und hohe Flutwellen. In manchen Gebieten könnten sie fast vier Meter erreichen, wie Chefmeteorologe Rick Knabb warnte. Da sich der Sturm zudem nur zögerlich fortbewege und einen großen Umfang habe, werde er lange dauern. Louisianas Gouverneur Bobby Jindal schloss am Dienstag nicht aus, dass sein Staat einem Unwetter von rund 36 Stunden ausgesetzt werde. „Isaac“ könne damit viel zerstören.

Präsident Obama rief die Bevölkerung eindringlich auf, „Isaac“ nicht zu unterschätzen. Die Menschen sollten den Anweisungen der Behörden folgen. „Wir haben es mit einem großen Sturm zu tun“, sagte er am Dienstag in Washington. Er wies darauf hin, dass seine Regierung Hilfe für die bedrohten Gebiete zur Verfügung gestellt habe und weitere Unterstützung folgen werde. Er stehe in ständigem Kontakt mit den zuständigen Stellen. Nach „Katrina“ waren Washingtoner und auch lokale Behörden für Missmanagement kritisiert worden.

Obwohl „Katrina“ bei ihrem Aufprall am 29. August 2005 als Hurrikan der Stärke 3 deutlich stärker war als es „Isaac“ mit zunächst Stärke 1 wohl sein sollte, bereiteten sich alle intensiv auf den Sturm vor. In den Staaten Louisiana und Mississippi, die neben Alabama auf der Route von „Isaac“ lagen, ließen die Behörden niedrig gelegene Küstenstriche evakuieren. Die meisten Flughäfen schlossen, Einwohner deckten sich mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern ein. In Gulfport - mit etwa 70 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Staates Mississippi - wurde eine Ausgangssperre verhängt.

In New Orleans sei an vielen Tankstellen das Benzin ausverkauft, hieß es in Medienberichten. Vielerorts verbarrikadierten Einwohner ihre Fenster mit Brettern. Im Gegensatz zu 2005 sei New Orleans aber gut gewappnet, betonte Bürgermeister Mitch Landrieu: „Dieser Sturm bringt uns nichts, was wir nicht in den Griff bekommen könnten.“ Schließlich seien seit „Katrina“ rund zehn Milliarden Dollar (fast acht Milliarden Euro) ins Deich- und Pumpsystem investiert worden.

Für das Stadtgebiet von New Orleans wurden deshalb auch keine Zwangsevakuierungen angeordnet, sondern lediglich für flache Küstenstriche jenseits der Deiche. Dennoch warnte der Bürgermeister ebenso wie Obama davor, „Isaac“ auf die leichte Schulter zu nehmen. Insbesondere in östlichen Küstenregionen galten hohe Flutwellen und Überschwemmungen als möglich. Befürchtet wurden außerdem weit verbreitete Stromausfälle wegen heftigen Windes und starken Regens.

„Es ist ein sehr großer Sturm“, betonte Alabamas Katastrophenschutz-Direktor Art Faulkner. „Sogar in 200 Meilen von seinem Zentrum entfernt kann es sehr gefährlich sein.“ 200 Meilen sind etwa 320 Kilometer. Obama hatte bereits am Montag vorsorglich eine Notstandserklärung für Louisiana unterzeichnet. Damit können Bundeshilfen schon bei den Vorbereitungen auf den Sturm rasch in den Staat fließen.

dpa

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