Gewaltbereitschaft vermutet

30 Islamisten reisen nach Syrien aus

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Foto: Laut Medienberichten sollen 30 niedersächsische Islamisten in den Krieg nach Syrien aufgebrochen sein.

Hannover - Aus Niedersachsen sind nach Angaben des Verfassungsschutzes seit Beginn der Syrienkrise 30 Islamisten in die dortigen Kriegsgebiete ausgereist. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass die Männer gewaltbereit sind.

Jeder, der gezielt ausreist, um in den gewaltbereiten Dschihad zu ziehen, bereitet uns Sorge“, sagte Verfassungsschutzpräsidentin Maren Brandenburger am Sonntag. Jeder, der gezielt ausreist, um in den gewaltbereiten Dschihad zu ziehen, bereitet uns Sorge“, sagte Verfassungsschutzpräsidentin Maren Brandenburger am Sonntag.

Die Behörde müsse jeden Einzelnen im Auge behalten. Am Mittwoch dieser Woche wird Innenminister Boris Pistorius (SPD) in Hannover den jährlichen Verfassungsschutzbericht vorstellen. Darin werden die Islamisten eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Der Großteil der nach Syrien gereisten Islamisten, die dem Verfassungsschutz unter anderem durch gezielte Hinweise bekannt geworden sind, beteiligt sich den Erkenntnissen zufolge an humanitären Einsätzen. Unklar sei, ob dabei die Not leidende zivile Bevölkerung oder gezielt dschihadistische Kämpfer unterstützt würden, sagte Brandenburger dem NDR. Auch wenn es vordergründig darum gehe, Medikamente oder warme Decken zu verteilen, könne die Unterstützung von Kämpfern in dem Gebiet eine entscheidende Rolle spielen. Ein kleiner Teil sei offenbar wegen konkreter Kampfhandlungen nach Syrien ausgereist, meint die Präsidentin des Verfassungsschutzes. Bei den 30 bekannt gewordenen Islamisten handele es sich zum Teil um Menschen, die zum Islam konvertiert seien. Aus welchen Regionen Niedersachsens sie stammen, wollte Brandenburger nicht sagen.

Bundesweit sind nach Angaben des Verfassungsschutzes bislang 320 Islamisten nach Syrien ausgereist. Sowohl landes- als auch bundesweit muss zudem mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden. Grundsätzlich sei in Niedersachsen die Form des politischen Salafismus verbreitet, sagt die Behördenchefin in Hannover. Den Anhängern gehe es vor allem darum, ihre Ideologie propagandistisch zu verbreiten. Es bestehe die Gefahr, dass die nach Syrien gereisten Islamisten nach ihrer Rückkehr dort erworbene Kenntnisse auf gefährliche Weise in Deutschland nutzen – möglicherweise für Anschläge.

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