1. WLZ
  2. Panorama

ISS: Bleibt Russland bis 2028? Nasa bekommt grünes Licht bis 2030

Erstellt:

Von: Tanja Banner

Kommentare

Lange hat Russland gezögert, nun ist es klar: Das Land steigt bereits in Kürze aus einem großen internationalen Projekt aus: der Internationalen Raumstation ISS.

Update vom Freitag, 29. Juli, 14.17 Uhr: Inmitten der Verwirrung um die russischen Aussagen rund um die Internationale Raumstation ISS kommen eindeutige Nachrichten aus den USA: Der US-Kongress hat die Nasa offiziell autorisiert, sechs weitere Jahre am ISS-Programm teilzunehmen. Bisher läuft der ISS-Vertrag bis 2024, die Nasa hatte bereits vor einiger Zeit mitgeteilt, dass sie die Raumstation bis 2030 nutzen möchte.

Ob die Internationale Raumstation bis 2030 bestehen bleibt, liegt jedoch nicht alleine in der Verantwortung der USA: Auch die internationalen Partner, die am Betrieb der ISS beteiligt sind, müssen dem zustimmen. Ob Russland das tut, ist derzeit unklar. Zuerst erklärte der neue Roskosmos-Chef Juri Borissow, die Entscheidung, „nach 2024“ die ISS zu verlassen, sei getroffen worden (s. Erstmeldung). Später hieß es aus Nasa-Kreisen, russische Offizielle hätten mitgeteilt, man werde sich an der ISS beteiligen, bis die geplante russische Raumstation ROSS fertig sei. Als Jahreszahl kursiert das Jahr 2028. Doch noch ist vieles unklar.

Die Internationale Raumstation (ISS)
Die Internationale Raumstation (ISS) in der Erdumlaufbahn. © picture alliance/dpa/Nasa

Debatte um Internationale Raumstation: Bleibt Russland doch länger auf der ISS?

Update vom Donnerstag, 28. Juli, 10.15 Uhr: Vor zwei Tagen gab der neue Chef der Weltraumbehörde Roskosmos, Juri Borissow, bekannt, Russland wolle „nach 2024“ aus dem internationalen Projekt „Internationale Raumstation“ aussteigen, die Entscheidung sei gefallen (s. Erstmeldung). Die Formulierung „nach 2024“ ließ jedoch einigen Raum für Spekulationen und nun scheint sich zu bestätigen, was nach der Ankündigung bereits vermutet wurde: Offenbar will Russland sich nicht direkt 2025 von der ISS verabschieden, sondern noch einige Jahre Teil des internationalen Projekts bleiben.

Weltraum-Newsletter

Aktuelle News und Wissenswertes aus der Astronomie und Raumfahrt erhalten Sie mit dem kostenlosen Weltraum-Newsletter zweimal monatlich in Ihren Posteingang.

Russische Offizielle hätten die Nasa informiert, dass man weiter Kosmonauten zur ISS schicken wolle, bis die geplante russische Raumstation ROSS in Betrieb gegangen ist, berichtete eine Nasa-Quelle der Nachrichtenagentur Reuters. Dieser Zeitpunkt wird frühestens 2028 erwartet. Die Nasa-Chefin für menschliche Raumfahrt, Kathy Lueders, zitiert Reuters mit den Worten, „Es gibt auf keiner Arbeitsebene Anzeichen dafür, dass sich etwas geändert hat“. Die Beziehungen mit Roskosmos seien „Business as usual“.

Hinter den Kulissen versuche die Nasa derzeit herauszufinden, wie man am besten weitermachen sollte, falls Russland das ISS-Projekt tatsächlich verlässt, berichtet die Washington Post. „Wir untersuchen Optionen, um mögliche Auswirkungen auf die Internationale Raumstation nach 2024 abzumildern, falls Russland sich tatsächlich zurückzieht“, zitiert die Zeitung John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates. „Das ist das Verantwortungsvollste, was wir tun können.“

Internationale Raumstation ISS: Meint Russland es ernst und geht „nach 2024“?

+++ 15.45 Uhr: Meint Russland es dieses Mal ernst mit der Ankündigung, die internationale Zusammenarbeit rund um die Internationale Raumstation ISS nach 2024 zu verlassen? Bisher ist das nicht ganz klar. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde der US-Raumfahrtorganisation Nasa bisher keine offizielle Ankündigung vorgelegt. Das hat ein Nasa-Angestellter Reuters mitgeteilt. Die Nasa-Direktorin der ISS, Robyn Gatens, hat demnach demnach erklärt, ihre russischen Ansprechpartner hätten ihr eine solche Absicht nicht mitgeteilt. „Wir haben das sprichwörtlich gerade eben gesehen. Wir haben nichts Offizielles bekommen“, so Gatens.

Die Internationale Raumstation (ISS).
Die Internationale Raumstation (ISS). © NASA/dpa

Um die Internationale Raumstation ISS zu verlassen, ist mehr nötig als eine Ankündigung darüber in den Medien. Wer die Kooperation verlassen möchte, muss das mindestens ein Jahr im Voraus schriftlich mitteilen, berichtet das Portal The Verge. Die russische Ankündigung ist jedoch sehr vage: Es ist von „nach 2024“ die Rede, Details sind bisher keine bekannt. Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht.

Russland will ISS-Kooperation „nach 2024“ verlassen

Erstmeldung vom Dienstag, 26. Juli, 13.40 Uhr: Moskau – Seit den 1990er Jahren arbeiten Russland und internationale Partner gemeinsam an und auf der Internationalen Raumstation ISS. Nun will Russland aussteigen. „Nach 2024“ soll die Kooperation zu Ende sein, teilt der neue Chef der Weltraumbehörde Roskosmos, Juri Borissow, mit. „Natürlich werden wir alle unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern erfüllen, aber die Entscheidung über den Ausstieg aus dieser Station nach 2024 ist gefallen“, erklärte Borissow. „Ich denke, bis zu diesem Zeitpunkt haben wir begonnen, eine russische Raumstation zu bauen.“

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hatte der damalige Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin mehrfach ein Ende der Kooperation angedeutet und auch Spekulationen angeheizt, Russland könne die Raumstation abstürzen lassen. Die US-Raumfahrtorganisation Nasa hatte im Gegenzug angekündigt, einen Weiterbetrieb der ISS ohne Russland zu untersuchen. Derzeit wird die Raumstation zwar vom US-Teil mit Energie versorgt, der russische Teil der Raumstation ist jedoch unter anderem für die Korrektur der Flugbahn zuständig. Die Nasa arbeitet daran, diese Manöver mit eigenen Raumschiffen durchführen zu können.

Internationale Raumstation ISS: Russland will sich „nach 2024“ zurückziehen

Bereits vor einiger Zeit hatte SpaceX-Gründer Elon Musk sein eigenes Raumfahrtunternehmen ins Gespräch gebracht, als Rogosin auf Twitter fragte, wer die ISS vor einem unkontrollierten Abstieg aus der Umlaufbahn retten könne. SpaceX fliegt seit einigen Jahren im Auftrag der Nasa regelmäßig zur Internationalen Raumstation und beliefert die ISS mit Fracht. Seit einigen Jahren transportieren die „Crew Dragon“-Kapseln von SpaceX außerdem Astronautinnen und Astronauten zur Raumstation. Der deutsche Astronaut Matthias Maurer war bereits dabei.

Beim nächsten SpaceX-Flug im Herbst soll erstmals auch eine russische Kosmonautin mit an Bord sein. US-Astronautinnen und -Astronauten sollen auch weiterhin mit den russischen Sojus-Kapseln ins Weltall fliegen. So soll verhindert werden, dass eine Nation wegen eines technischen Problems keinen Zugang zur ISS mehr hat. Die USA waren in der Vergangenheit jahrelang von der Raumstation abgeschnitten und hatten nur noch über die Sojus-Kapseln einen Zugang: 2011 stellte die Nasa das teure und gefährliche „Space Shuttle“-Programm ein und hatte keine eigene Möglichkeit mehr, zur ISS zu fliegen. Seit 2020 füllt SpaceX diese Lücke.

ISS ist in die Jahre gekommen – Nasa will sie bis 2030 betreiben

Die ISS ist längst in die Jahre gekommen. Das Weltraumlabor im Erdorbit wird seit November 2000 dauerhaft von Menschen bewohnt, doch zuletzt häuften sich technische Pannen und Probleme. Trotzdem machte sich die Nasa erst vor einiger Zeit dafür stark, die Raumstation bis 2030 zu betreiben und sie Anfang 2031 kontrolliert abstürzen zu lassen. (tab)

Auch interessant

Kommentare