Urteil gegen Fußball-Star

Jerome Boateng wegen Körperverletzung verurteilt

Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler Jerome Boateng (r) steht zu Beginn des Prozesses gegen ihn im Amtsgericht München mit seinen Anwalt Kai Walden zusammen.
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Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler Jerome Boateng (r) steht zu Beginn des Prozesses gegen ihn im Amtsgericht München mit seinen Anwalt Kai Walden zusammen.

Fußball-Star Jerome Boateng wurde wegen Körperverletzung an seiner Ex-Lebensgefährtin verurteilt.

München - Der frühere Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng ist wegen vorsätzlicher Körperverletzung an seiner früheren Lebensgefährtin verurteilt worden. Das Amtsgericht München verhängte am Donnerstag eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro. Es ist der höchstmögliche Tagessatz.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren gefordert - und eine Geldauflage von 1,5 Millionen Euro. Sie wirft ihm vor, seine Ex-Lebensgefährtin im Juli 2018 bei einem Urlaub in der Karibik angegriffen zu haben.

Staatsanwaltschaft wirft Boateng Körpreverletzung und Beleidigung vor

Die Staatsanwaltschaft wirft Boateng vor, seine Ex-Lebensgefährtin im Juli 2018 bei einem Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik attackiert zu haben. Laut Anklage soll er sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben.

Außerdem soll er nach Angaben der Staatsanwaltschat „in voller Wucht“ eine Glaslaterne und eine Kühltasche auf sie geworfen haben. Die Vorwürfe lauten auf Beleidigung und Körperverletzung. Boateng sagte, er habe keine Laterne geworfen, sondern ein Kissen gegen einen Tisch - und dabei sei die Laterne zu Boden gefallen. Geschlagen, so betonte er, habe er seine Ex-Freundin nie.

Das Gericht ging allerdings in seinem Urteil nur von „einem Faustschlag“ ins Gesicht aus. Boateng hat die Vorwürfe zurückgewiesen und betont, er habe seine Ex-Freundin nie geschlagen. Sein Verteidiger beantragte Freispruch.

Urteil gegen Jerome Boateng: Sachverständiger stützt Schilderung des mutmaßlichen Opfers

Im Prozess hat ein Sachverständiger mit seiner Einschätzung die Schilderung des mutmaßlichen Opfers gestützt. „Die Befunde, die hier dokumentiert wurden, lassen sich weitgehend übereinstimmend mit der Hergangsschilderung der Nebenklägerin in Einklang bringen“, sagte der Mediziner am Donnerstag vor dem Amtsgericht München.

Boatengs Ex-Freundin wirft dem 33 Jahre alten Innenverteidiger vor, sie im Karibikurlaub attackiert und geschlagen zu haben. Er streitet das ab und gibt an, die heute 31-Jährige nur von sich weggestoßen zu haben, als diese auf ihn losgegangen sei. Dabei sei sie dann gestolpert. Ein blaues Auge, das die ehemalige Lebensgefährtin an jenem Abend im Juli 2018 davongetragen hat, sei mit Boatengs Schilderung allerdings nicht in Einklang zu bringen, sagte der Sachverständige.

Staatsanwaltschaft: Frau sei „Opfer häuslicher Gewalt“

Staatsanwältin Stefanie Eckert bezeichnete die Frau als „Opfer häuslicher Gewalt“. Allerdings sei nicht nur sie Opfer geworden, sondern auch Boateng - „Opfer ihrer gemeinsamen toxischen Beziehung“. Boateng nahm die Entscheidung äußerlich gelassen entgegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sot mit dpa)

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