Göttinger Studentin

Jugendstrafe für versuchte
 Vergewaltigung

Göttingen - Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag einen 19-jährigen Asylbewerber aus dem Irak wegen versuchter Vergewaltigung und Körperverletzung zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte, der zwei Monate zuvor mithilfe von Schleppern nach Deutschland geflohen war und seitdem im Lager Friedland lebte, Ende Mai nach einem Diskobesuch eine Göttinger Studentin zu vergewaltigen versucht hatte.

Das Gericht ging mit seinem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte auf eine Jugendstrafe von zwei Jahren plädiert, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Bei einer Bewährungsstrafe bestehe die Gefahr, dass die Tat marginalisiert werde, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde. Es sei jedoch aus erzieherischen Gründen unumgänglich, „dem Angeklagten klarzumachen, was er da getan hat“ und welche schweren Folgen seine Tat für das Opfer habe.

Der 19-Jährige habe bei der Tat, die sich am frühen Morgen des Pfingstsonntags ereignete, eine große Brutalität gezeigt, sagte der Richter. Der Angeklagte war am Abend zuvor mit drei Begleitern aus dem Lager Friedland mit dem Zug nach Göttingen gefahren. In einer Disko am Wochenmarktplatz kam er in Kontakt mit der Studentin. Der Angeklagte selbst hatte angegeben, dass sie Zärtlichkeiten ausgetauscht hätten und die Frau ihre Brüste entblößt und ihn sexuell berührt habe. Das Gericht hielt seine Darstellung allerdings für widerlegt, zumal auch seine Begleiter nichts Derartiges gesehen hätten. Als der 19-Jährige der Studentin auf die Toilette folgte, habe sie ihm unmissverständlich klargemacht, dass sie keine amourösen Absichten habe. Über diese Zurückweisung sei er zornig gewesen und habe daraufhin den Entschluss gefasst, sie mit Gewalt zum Sex zu zwingen.

Als die Studentin frühmorgens die Disko verließ, folgte er ihr, ergriff sie und zog sie in eine dunkle, schmutzige Ecke, wo er sie zu vergewaltigen versuchte. Nur weil ein Anwohner das Wimmern und die Hilferufe der Frau gehört hatte und aus dem Haus gelaufen war, habe der Angeklagte von ihr abgelassen. Der Zeuge rief die Polizei, die wenig später den 19-Jährigen festnahm, nachdem sich dieser zunächst noch durch einen Spurt der Festnahme zu entziehen versucht hatte.

Heidi Niemann

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