Unfall im Kunstunterricht

Junge sticht Schüler mit Küchenmesser in den Bauch

+
Auf dem Gelände des Sarstedter Gymnasiums kam es zu dem Unfall.

Sarstedt - Zu einem dramatischen Unfall ist es am Montagmittag bei Krimi-Dreharbeiten auf dem Gelände des Gymnasiums Sarstedt im Kreis Hildesheim gekommen: Ein 16-Jähriger stach seinem ein Jahr jüngeren Mitschüler mit einem Küchenmesser in den Bauch.

Wie schwer der Jugendliche dabei verletzt wurde, blieb am Montag unklar. Ein Lehrer war nach Polizeiangaben bei der Aktion nicht dabei. Die Neuntklässler drehten im Kunstunterricht einen Krimi.

In einer Szene sollte eine auf dem Boden liegende Person mit einem Messer erstochen werden. Dabei sollte der 16-jährige Darsteller des Täters mehrmals in den Rasen neben dem 15-jährigen Darsteller des Opfers stoßen. „Da ist er wohl bei einer Bewegung abgerutscht“, berichtet Polizeisprecher Bernd Drewitz. Die Klasse war laut Polizei während der Aktion in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe war mit der Lehrerin in der Klasse, während die andere auf dem Außengelände hinter der Schule den Film drehte. Den ersten Ermittlungen zufolge hatten sich die Schüler ohne Wissen der Lehrerin ein echtes Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge für die Dreharbeiten besorgt. „Das hat mich sehr überrascht“, sagte Schulleiterin Christine Klein.

Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den 16-Jährigen aufgenommen. Die Ermittler beschlagnahmten das Videomaterial und das Messer. Ob sich auch die Lehrerin strafrechtlich verantworten muss, ist noch unklar. „Sie hat die Aufsichtspflicht und die hat sie nicht eingehalten“, sagte Polizeisprecher Drewitz. Zu prüfen sei nun, ob sie sich wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen verantworten muss. Die Landesschulbehörde wollte am Montag aber noch kein Urteil zu dem Fall abgeben. Der Teenager wurde ins Hildesheimer Bernward-Krankenhaus gebracht. Er wurde von dem Messer an der rechten Bauchseite getroffen. Die Schulleiterin sprach von einer leichten Fleischwunde. Der Junge sollte über Nacht im Krankenhaus bleiben.

Von Sebastian Knoppik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare