Truppenübungsplatz Munster

Junge Wölfe verfolgen Bundeswehrsoldaten

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Auf dem Truppenübungsplatz in Munster sind Soldaten von jungen Wölfen verfolgt worden.

Soltau - Neugierige junge Wölfe haben auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide einen Bundeswehrsoldaten verfolgt. Der junge Mann war auf einem nächtlichen Orientierungsmarsch, als er plötzlich die Tiere bemerkte, die ihm über einen längeren Zeitraum folgten.

Der Soldat kletterte vorübergehend auf einen Beobachtungsturm, einer der Jungwölfe kam bis an die Leiter des Turmes. Nachdem der junge Mann wieder heruntergestiegen war, konnte er die Tiere mit einem Tritt zunächst verscheuchen. Dann folgten ihm die Wölfe aber wieder, bis sie das Interesse verloren und sich zurückzogen, teilten Polizei und Bundeswehr am Donnerstag mit.

Die mittlerweile rund sechs Monate alten Jungtiere waren bereits im Juli bei Munster im Heidekreis entdeckt worden, als sie in eine Fotofalle des ehrenamtlichen Wolfsberaters Helge John tappten. „Die Wölfe sind für Menschen ungefährlich“, sagte John der Nachrichtenagentur dpa.

Der Experte riet, sich bei Begegnungen mit den sonst scheuen Tieren ruhig zu verhalten. „Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand. Falls das Tier noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist, sprechen Sie den Wolf bestimmend an“, riet er. Weil sich die Wölfe nicht nur in dem weitgehend gesperrten Bereich des Truppenübungsplatzes aufhielten, sei nicht auszuschließen, dass auch Pilzsammler oder Spaziergänger auf die Wölfe treffen könnten.

„Die jungen Tiere sind neugierig, interessiert an allem Unbekannten“, erklärte John, der als ehrenamtlicher Wolfsberater auch für den Truppenübungsplatz zuständig ist. Während ausgewachsene Wölfe die Flucht ergriffen, wenn sie auf Menschen treffen würden und dabei sogar ihre Jungen zurückließen, gingen die jungen Wölfe auf fast alles Unbekannte zu.

Die Wölfe sind zurück

Fast 200 Jahre lang war der Wolf in Deutschland ausgerottet, erst nach dem Fall der Mauer kam er zurück. Mittlerweile leben bundesweit vermutlich wieder weit mehr als 100 Tiere in freier Natur. Die meisten ziehen durch Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Kaum ein Raubtier wurde jahrhundertelang so gefürchtet wie der Wolf. Durch Märchen geistert er als blutrünstige Bestie.

Die in Mitteleuropa etwa 30 Kilogramm schweren Tiere sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Auf seinen Streifzügen kann ein hungriger Wolf in einer Nacht gut 50 Kilometer zurücklegen. Auf seinem Speiseplan stehen Rehe, Rothirsche und Wildschweine, er reißt vor allem schwache und kranke Tiere. Auch Schafe schätzt er als leichte Beute, wenn sie nicht ausreichend geschützt werden. Der Wolf ist nicht gefährdet.

Allein in Europa leben nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) mehr als 10.000 Tiere.

dpa

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