Das Albtraumhaus 
von Wiefelstede

Junges Paar steht vor dem Nichts

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Foto: Die neuen Eigentümer des abgebrannten Einfamilienhauses in Wiefelstede, Markus Sleur und Katrin Buß.

Oldenburg/Wiefelstede - Sie wollten sich ein gemeinsames Leben aufbauen und landeten vor dem Nichts. Ein junges Ehepaar erwarb ein Haus bei einer Zwangsversteigerung, kurz bevor die Vorbesitzer es anzündeten. Dass das Haus nicht brandschutzversichert war, erfuhren sie erst, als es zu spät war.

Nach der Familientragödie mit drei Toten in Wiefelstede (Landkreis Ammerland) stehen die neuen Eigentümer des abgebrannten Einfamilienhauses vor einem Schuldenberg. „Das Haus hatte keine Brandschutzversicherung“, sagte der 30 Jahre alte Mediengestalter, der das Haus mit seiner 26 Jahre alten Frau vor rund einer Woche bei einer Zwangsversteigerung für rund 180 000 Euro erworben hatte.

Einen Tag nach der Versteigerung hatten die ehemaligen Besitzer ihr Haus angezündet – nach bisherigen Ermittlungen aus Verzweiflung über ihre ausweglos erscheinende finanzielle Lage. Der 42-jährige Mann, seine 46-jährige Frau und ihre 6 Jahre alte Tochter kamen in den Flammen ums Leben. Mit dem Haus wollte sich das junge Ehepaar aus Oldenburg einen Traum erfüllen, nun droht ihm die Privatinsolvenz. Bis Ende des Jahres müssen der Mediengestalter und die Krankenschwester dem Amtsgericht das Geld für das Haus überweisen, das nur noch eine Ruine ist. Einen Kredit können sich die beiden unter den jetzigen Umständen nicht mehr leisten.

„Wir können ja keine Doppelbelastung tragen, wir müssen ja auch noch irgendwo wohnen. Von daher wird es auf eine Privatinsolvenz hinauslaufen“, sagte der 30-Jährige. „Im Moment hoffen wir aber, dass wir da doch noch irgendwie rauskommen.“ Dass das Einfamilien zum Versteigerungszeitpunkt keine Brandschutzversicherung hatte, erfuhr das Ehepaar erst, als es schon zu spät war. Die Opferschutzorganisation Weißer Ring erwägt jetzt, ein Spendenkonto für die beiden einzurichten.

Von Helen Hoffmann

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