Falsche Wohnung gestürmt

Jusitz ermittelt gegen SEK-Polizisten

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Foto: Weil der SEK in Göttingen vergangene Woche eine falsche Wohnung stürmte, hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die Beamten eingeleitet.

Göttingen - Ein spektakulärer Polizeiirrtum im Kreis Göttingen bekommt ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen mehrere Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei eingeleitet.

Es bestehe der Verdacht der Körperverletzung im Amt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag.

Hintergrund ist ein Einsatz Ende Oktober in Rollshausen im Kreis Göttingen. Damals hatten Beamte sich in einem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus im Stockwerk vertan und waren in die falsche Wohnung gestürmt. Sie brachen die Wohnungstür auf, überwältigten den 48-jährigen Bewohner und fesselten ihn. Dabei sei der Mann verletzt worden, berichtete dessen Anwalt Sven Adam. Der Jurist erstattete im Namen des Mannes und seiner Ehefrau Strafanzeige, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nachdem das SEK den Irrtum bemerkt hatte, stürmten die Beamten die darunter liegende Wohnung und nahmen einen 45-Jährigen Bewohner vorläufig fest. Anlass für die Aktion war ein Anruf des Hausverwalters gewesen. Der Mann hatte berichtet, dass der 45-Jährige ihn im Streit mit einer Schusswaffe bedroht habe. Bei der Durchsuchung wurde aber keine Waffe entdeckt.

dpa

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