Ex-Geliebte

Kachelmann verliert Schadenersatz-Prozess

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Jörg Kachelmann hat den Schadenersatz-Prozess verloren.

Frankfurt/Main - Zweieinhalb Jahre nach dem Freispruch in einem Vergewaltigungs-Prozess scheitert Jörg Kachelmann vor dem Zivilgericht. Er will aber weiter um Wiedergutmachung kämpfen.

Der Fernsehmoderator Jörg Kachelmann hat den Schadenersatz-Prozess gegen seine ehemalige Geliebte in erster Instanz verloren. Zweieinhalb Jahre nachdem Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde, wies das Landgericht Frankfurt am Montag im Zivilverfahren seine Klage auf Ersatz von Gutachterkosten ab. Die Zivilkammer habe „nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststellen können“, dass die Ex-Geliebte Claudia D. wissentlich falsch ausgesagt habe, hieß es zur Begründung.Kachelmanns Anwältin kündigte Berufung an.

Claudia D. hatte den Schweizer Wetterexperten im Februar 2010 wegen Vergewaltigung angezeigt. Nach dem Freispruch im Strafprozess im Mai 2011 hatte Kachelmann vor dem Zivilgericht auf Ersatz von Gutachterkosten in Höhe von rund 13.000 Euro geklagt. Anders als im Strafprozess musste Kachelmann im Zivilverfahren allerdings selbst darlegen und beweisen, dass Claudia D. bei ihren Vorwürfen die Unwahrheit gesagt hat.

Das Gericht habe beide Parteien angehört, sagte der Vorsitzende Richter Gerold Kurz. „Die Angaben standen sich im entscheidenden Kernbereich vollkommen unvereinbar gegenüber.“ Dem Gericht sei klar, dass Claudia D. im Strafverfahren zu verschiedenen Punkten des Randgeschehens nachweislich falsche Angaben gemacht hatte. Andererseits sei zu berücksichtigen, dass auch Kachelmann „in anderen Bereichen ein recht großes Talent an den Tag gelegt hat, Scheinwirklichkeiten zu errichten“.

Im Strafverfahren hatte das Landgericht Mannheim Kachelmann 2011 nach dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ freigesprochen - zugleich aber betont, dass dies nicht mit dem Nachweis einer falschen Beschuldigung durch Claudia D. verbunden sei. Das Zivilgericht sei an die Feststellungen des Strafgerichts zwar nicht gebunden, sagte Richter Kurz - aber auch „nicht so frei, dass wir ohne triftigen Grund diese Erkenntnisse unter den Tisch fallen lassen können“.

„Das Gericht hat den leichten Weg gewählt und den Standpunkt des Landgerichts Mannheim eingenommen“, sagte Kachelmanns Anwältin Ann Marie Welker nach der Verkündung. „Das Risiko einer solchen Entscheidung war uns bewusst.“ Das Landgericht habe angebotene Beweismittel nicht gewürdigt. Kachelmann wolle „nichts anderes als eine Bestätigung durch ein deutsches Gericht, dass er zu Unrecht eines schlimmen Verbrechens bezichtigt wurde“, sagte Welker. Sie kündigte an, Rechtsmittel einzulegen.

Der Anwalt von Claudia D., Manfred Zipper, bezeichnete die Entscheidung als richtig. Auch die Beweiswürdigung sei ordnungsgemäß erfolgt. „Unsere Mandantin ist sehr froh und sehr glücklich darüber, dass zumindest ein kleiner Sieg errungen worden ist auf dem Weg zur Gerechtigkeit.“

Der Fall Kachelmann - Straf- und Zivilverfahren

Der Fall Kachelmann war einer der spektakulärsten Strafprozesse der vergangenen Jahre in Deutschland - und auch nach dem Freispruch für den Moderator hören die juristischen Streitigkeiten nicht auf. Ein Rückblick: 9. Februar 2010: Die Radiomoderatorin Claudia D. berichtet der Polizei, ihr Freund Jörg Kachelmann habe sie vergewaltigt. Dieser fliegt am selben Tag zu den Olympischen Spielen, bei seiner Rückkehr am 20. März wird er auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen und kommt in Untersuchungshaft. 19. Mai 2010: Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage wegen des Verdachts der Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und gefährlicher Körperverletzung. 29. Juli 2010: Das Oberlandesgericht Karlsruhe hebt den Haftbefehl gegen Kachelmann auf. Es bestehe kein dringender Tatverdacht. 6. September 2010 : Der Prozess vor dem Landgericht Mannheim beginnt. Laut Staatsanwaltsanwaltschaft soll Kachelmann seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. 20. Dezember 2010: Laut einem Experten des Landeskriminalamts waren weder an der Messerspitze noch am Rücken der Klinge DNA-Spuren. 9. März 2011: Kachelmann heiratet seine Freundin Miriam, eine Psychologie-Studentin. 31. März 2011: Zwei Staatsanwälte berichten, dass Kachelmanns Ex-Geliebte die Ermittler zunächst hartnäckig in einem Punkt belogen hat. Am Tatverdacht ändert das für die Staatsanwälte nichts. 31. Mai 2011: Freispruch - nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten, die Verteidigung Freispruch beantragt. 10. Oktober 2012: Das Landgericht Mannheim erlässt eine einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb des Buchs, so lange Claudia D. mit vollem Namen genannt wird. Kurz darauf wird die Verfügung aufgehoben. 31. Oktober 2012: Kachelmann fordert in einem Zivilprozess vor dem Frankfurter Landgericht von seiner Ex-Geliebten mehr als 13 000 Euro Schadenersatz für Gutachten, mit denen er sich im Strafprozess verteidigt hat. Dieser und ein zweiter Gütetermin scheitern. 6. November 2012: Das Oberlandesgericht Köln bestätigt in einem Berufungsverfahren ein Verbot bestimmter Äußerungen von Kachelmanns Ex-Freundin. 19. März 2013: Der Bundesgerichtshof weist eine Klage Kachelmanns gegen einen Bericht über Details aus seinem Strafverfahren ab.23. Dezember 2013: Im Zivilprozess weist das Landgericht Frankfurt Kachelmanns Klage auf Schadenersatz ab.

dpa

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