Kaliindustrie

Kalihalden sollen Ausflugsziele werden

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Ein Kaliberg spiegelt sich in einer Pfütze in Giesen im Landkreis Hildesheim. Die künstlich geschaffenen bergartigen Abraumhalden entstanden aus den Überresten der Kalisalzproduktion.

Hannover - Urlaub auf der Abraumhalde? Die weißen Berge der Kaliindustrie in Niedersachsen sollen zu Ausflugszielen werden. Die geplante Begrünung verhindert allerdings nicht, dass Salz ins Grundwasser gelangen könnte.

Etliche der weißen Abraumhalden der Kaliindustrie in Niedersachsen sollen zu Ausflugszielen werden. Während in Sehnde bei Hannover die Abdeckung und Begrünung bereits seit Jahren läuft und Bergfeste tausende locken, sollen die Arbeiten in Wathlingen im Kreis Celle im kommenden Jahr beginnen. „Der Berg ist ein Alleinstellungsmerkmal für Wathlingen, ein adäquater Aussichtspunkt und somit eine Bereicherung für die Region“, sagte Bürgermeister Wolfgang Grube (SPD). „Das entstehende Naherholungsgebiet ist eine Entschädigung für die Unannehmlichkeiten, die durch das Kaliwerk über Jahre entstanden sind, die Bevölkerung steht komplett hinter einer Begrünung des Berges.“

Mit einer Abdeckung bereits begonnen wurde an der Halde des Werkes Sigmundhall in Wunstorf, das voraussichtlich noch bis etwa 2020 in Betrieb ist. Für keine befriedigende Lösung hält dies allerdings der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Regen führe zu einer Auswaschung des Salzes, das so ins Grundwasser gelangen könne, meinte BUND-Experte Ralf Krupp. Eine Abdeckung sorge zwar für weniger Einsickerung, allerdings verlängere sich der gesamte Prozess lediglich und löse sich nicht in Luft auf. Aus dem Steinsalz könne Industriesalz gewonnen oder es könne zum Verfüllen von Hohlräumen in das Bergwerk zurückgebracht werden, lautet der Alternativvorschlag.

dpa

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