Höhle, See und Kühlkammer

Kalte Orte in Niedersachsen

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Hannover - Jenseits klimatisierter Räume warten auch bei Sommerwetter kühle Orte auf einen Besuch. Selbst im Freien kann es erträglich sein, doch einige wirklich kalte Räume bleiben den meisten verschlossen.

Auch bei drückender Hitze gibt es in Niedersachsen und Bremen viele Orte, die Kühlung garantieren. Einige bieten auch mehr, etwa die Möglichkeit zur inneren Einkehr. Eine dpa-Auswahl kühler, kalter und eisiger Plätze:

SNOW DOME: Die Skihalle lockt Wintersportfans in die sonst eher warme und flache Heide. Rund 10 000 Kubikmeter Eis und Schnee an der A7 in Bispingen garantieren Anorak-Temperaturen auch im Hochsommer. Die Piste ist 300 Meter lang, ein Sessellift bringt die Besucher zur Bergstation in 23 Meter Höhe. „Die Temperaturen im Snow Dome liegen bei minus zwei bis minus vier Grad Celsius - sogar unsere Eisskulpturen von Tieren aus den fünf Kontinenten schmelzen da nicht“, verspricht Geschäftsführer José Fernandes.

EINHORNHÖHLE: Die in Herzberg im Harz gelegene Höhle gilt mit nur sieben Grad als landesweit kühlster natürlicher Ort. In der blauen Grotte mit ihren Öffnungen seien es sogar nur vier bis fünf Grad, sagt Betreiber Ralf Nielbock. „In der Höhle herrscht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Durch die Sonneneinstrahlung entsteht Verdunstungskälte, es bildet sich kalter Nebel“, erläutert Nielbock. Je stärker die Sonne scheine, desto kälter sei es in der Grotte.

KÜHLHÄUSER: Wer die Kosten für eine eigene Kühlhalle nicht scheut, der hat im Internet etwa bei Immobilienscout24 die Auswahl. Arktische Temperaturen ließen sich auch beim Besuch einer Eisfabrik erleben, doch zeigen sich die niedersächsischen Hersteller unter Hinweis auf Hygienebestimmungen da sehr zurückhaltend.

KÄLTEKAMMERN: „Im Eislabor des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven herrschen minus 20 Grad, damit die Forscher dort ihre Eisproben aus Arktis und Antarktis untersuchen können“, sagt eine Sprecherin. Doch stehe der Raum nur Wissenschaftlern offen. Um Anorak oder Zelt auf Wintertauglichkeit zu überprüfen, reicht eine kurze Fahrt über die Landesgrenze. „Wir haben in der Hamburger Filiale für unsere Kunden eine eigene Kältekammer zum Testen der Ausrüstung“, sagt Pressesprecher Fabian Nendza von Globetrotter Ausrüstung.

PARKS UND GÄRTEN: Die Herrenhäuser Gärten in der Landeshauptstadt sehen sich mit ihren Hecken, Wasserspielen und anderen Attraktionen als bedeutendste Parkanlage im Norden. Doch auch in Bremen gibt es gepflegtes Grün und kühlendes Wasser. „Brunnen und Fontäne bietet auch der Bürgerpark“, sagt Direktor Tim Großmann. „Außerdem haben wir schattige Waldbereiche und Liegewiesen mit mächtigen Bäumen.“

TALSPERREN: Im Harz sind Innerste-, Oker- und Odertalsperre zum Baden freigegeben. Das nasse Vergnügen sei durch die aktuell niedrigen Wasserstände nicht beeinträchtigt, heißt es. „Durch das große Volumen sind die Talsperren kühler als kleinere Naturgewässer“, sagte ein Sprecher der Harzwasserwerke, nach eigenen Angaben größter Wasserversorger in Niedersachsen.

WURMBERG: Niedersachsens höchster Berg blieb im Februar auch dank Kunstschnee als einziges Skigebiet im Harz weiter geöffnet. Der auf dem Berg errichtete Turm mit seiner Aussichtsplattform in 1001 Meter Höhe ist der am höchsten gelegene begehbare Punkt Niedersachsens, doch soll er wie die ebenfalls marode Skisprungschanze abgerissen werden. Danach soll ein neuer Turm für kühle Weitsicht kommen. Die alte Aussichtsplattform ist bereits gesperrt, doch die Wurmberg Alm in immerhin 971 Meter Höhe bietet auch Pfingsten kalte Getränke.

KLÖSTER: Hier ist es nicht ganz so kühl wie in Höhlen und Seen, doch gibt es dafür Gelegenheit zur inneren Einkehr. Im Speisesaal des Zisterzienser-Klosters Walkenried im Harz werden im Sommer etwa 19 Grad gemessen. Die dicken Mauern brauchen eine ganze Weile, bis sie sich erwärmen. In Lüneburg erwarten den Besucher im Kloster Lüne außer einer Fülle von Kunstschätzen auch angenehme Temperaturen von derzeit nur rund 16 Grad. Durch den schattigen Klostergarten fließt ein eigener umgeleiteter Bach, seit 800 Jahren schon.

dpa

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