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Nach Messerangriffen in Kanada: Auch zweiter Tatverdächtigter tot

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Von: Stefan Krieger, Tanja Koch

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Ermittler untersuchen den Tatort vor dem Haus eines Opfers in Weldon, Saskatchewan.
Ermittler untersuchen den Tatort vor dem Haus eines Opfers in Weldon, Saskatchewan. © Robert Bumsted/dpa

In Kanada sterben zehn Menschen bei Messerangriffen. Beide Tatverdächtige sind tot.

+++ 5.28 Uhr: Nach den Messerangriffen mit mindestens zehn Toten in der kanadischen Provinz Saskatchewan ist nun auch der zweite Verdächtige tot. Myles Sanderson starb kurz nach seiner Festnahme an sich selbst zugefügten Verletzungen, wie die TV-Sender CBC und Global News am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf ungenannte Polizeiquellen berichteten.  

Update vom Donnerstag, 08. September, 03.30 Uhr: Nach den Messerangriffen mit mindestens zehn Toten in der kanadischen Provinz Saskatchewan hat die Polizei den zweiten Verdächtigen festgenommen. „Myles Sanderson wurde (…) in der Nähe von Rosthern, Saskatchewan, ausfindig gemacht und in Gewahrsam genommen“, erklärte die Polizei von Saskatchewan am Mittwoch (Ortszeit). Es bestehe kein Risiko mehr für die öffentliche Sicherheit, erklärten die Behörden in einem Onlinedienst.

Der Verdächtige befand sich mehrere Tage auf der Flucht, Behörden hatten die Einwohner der Region vor dem „als gefährlich eingestuften“ Mann gewarnt.

Kanada: Nach Messerangriffen – Polizei findet toten Verdächtigen

Update vom Dienstag, 06. September, 07.30 Uhr: Nach den Messerangriffen mit zehn Todesopfern im ländlichen Kanada hat die Polizei einen der beiden verdächtigen Brüder tot aufgefunden. „Er hatte sichtbare Wunden, von denen wir im Moment nicht glauben, dass er sie sich selbst zugefügt hat“, erklärte die leitende Ermittlerin Rhonda Blackmore in Regina, der Hauptstadt der Provinz Saskatchewan.

Die Leiche des 31-Jährigen wurde nach Polizeiangaben in hochgewachsenem Gras im Indigenen-Reservat James Smith Cree Nation gefunden worden. Der ein Jahr jüngere Bruder, der ebenfalls verdächtig ist, wurde laut Polizei noch nicht festgenommen. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass er verletzt ist und medizinische Hilfe suchen könnte. Sie wollten weder bestätigen noch ausschließen, dass er am Tod seines Bruders beteiligt war.

Erstmeldung vom Montag, 05. September, 06:50 Uhr: Regina/James Smith Cree Nation/Weldon – Mindestens zehn Menschen sind bei Messerattacken in ländlichen Gebieten Kanadas getötet worden – es gibt mehr als ein Dutzend weitere Verletzte. Am Sonntag fahndete sie Polizei in der Provinz Saskatchewan nach zwei Verdächtigen, wie eine Polizeivertreterin mitteilte. Völlig unklar waren zunächst die Hintergründe der Bluttaten in der Indigenen-Gemeinde James Smith Cree Nation sowie der nahegelegenen Ortschaft Weldon.

Die Messerangriffe wurden nach den vorläufigen Erkenntnissen der Polizei an 13 verschiedenen Tatorten verübt. 15 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, drei Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Die Behörden gingen davon aus, dass einige der Opfer gezielt angegriffen wurden, andere hingegen nur zufällig zu Opfern wurden. Bisher sei es „extrem schwierig“, ein Motiv für die Tat zu benennen, sagte Vizekommissarin Rhonda Blackmore von der Royal Canadian Mounted Police.

Kanadische Gemeinde rief den Notstand aus – Einwohner brachten sich in Sicherheit

Nach ihren Angaben waren am Sonntagmorgen (Ortszeit) nacheinander mehrere Alarmmeldungen wegen der Messerangriffe bei der Polizei eingegangen. Die beiden Verdächtigen im Alter von 30 und 31 Jahren flüchteten in einem Auto. Sie wurden in der Provinzhauptstadt Regina mehr als 300 Kilometer südlich der Tatorte gesichtet. Die Polizei weitete daraufhin ihre Fahndung über Saskatchewan hinaus auf die Nachbarprovinzen Manitoba und Alberta aus. Die drei Provinzen haben zusammen eine Fläche, die beinahe halb so groß ist wie Europa.

Die 2500 Einwohner zählende Gemeinde James Smith Cree Nation rief den Notstand aus. Viele Einwohner von Saskatchewan wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Behörden richteten auf Autobahnen und Straßen mehrere Kontrollpunkte ein, für die Fahndung wurden „maximale Polizeiressourcen“ mobilisiert.

Kanada: Premierminister Trudeau äußert sich nach Messerangriffen

Diane Shier, Einwohnerin der Stadt Weldon, sagte der Nachrichtenagentur Canadian Press, dass ihr mit seinem Enkel zusammenlebender Nachbar bei den Angriffen getötet worden sei. „Ich bin bestürzt, weil ich einen sehr guten Nachbarn verloren habe“, sagte Shier. Kanadas Premierminister Justin Trudeau bezeichnete die Bluttaten als „entsetzlich und herzzerreißend“. In einer Botschaft im Onlinedienst Twitter sprach er den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich schockiert über die Messerangriffe in der kanadischen Provinz Saskatchewan gezeigt. „Die heutigen Angriffe in Saskatchewan sind schrecklich und herzzerreißend. Ich bin in Gedanken bei denen, die einen geliebten Menschen verloren haben, und bei denen, die verletzt wurden“, schrieb Trudeau am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter. (tk/skr mit afp/dpa)

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