Papstwahl

Kardinäle kommen für Vorbereitungen auf Konklave zusammen

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Foto: Der deutsche Kardinal Walter Kaspar trifft sich ab dem 11. März mit seinen Kollegen zum Konklave, um einen neuen Papst zu wählen.

Rom - Im Vatikan laufen die Vorbereitungen für die Wahl eines neuen Papstes. Am Montag kommen die Kardinäle in Rom zusammen. Von vielen Seiten werden Wünsche und Erwartungen an Benedikts Nachfolger geäußert.

Mit dem ersten Zusammentreffen der Kardinäle beginnt an diesem Montag die heiße Phase der Vorbereitung auf die Wahl eines neuen Papstes. Das Kollegium kommt um 9.30 Uhr im Vatikan zusammen, um die Details des Konklaves zu besprechen und über den Beginn der Wahl des Nachfolgers für den zurückgetretenen Benedikt XVI. zu beraten. Mit einer Entscheidung darüber wird allerdings am Montag noch nicht gerechnet.

Wie viele Kardinäle an der ersten Generalkongregation in der Synoden-Aula des Vatikans teilnehmen, war am Sonntag noch unklar. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte, etliche Kardinäle kämen erst am Montagnachmittag oder Dienstag in Rom an, einige könnten auch gar nicht kommen. Die über 200 Kardinäle wurden am Freitag in einem Brief offiziell dazu aufgefordert, sich in Rom zu versammeln.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, wünscht sich einen authentischen, führungsstarken, teamfähigen und reformfreudigen Papst, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. Vor der Entscheidung der Kardinäle soll es nach seinen Vorstellungen erst einmal eine gründliche Bestandsaufnahme der Situation der Kirche in der ganzen Welt geben. Ähnlich sieht das die kirchenkritische Initiative „Kirche von unten“. „Zunächst einmal müssen die notwendigen Fragen, die aufgelaufen sind und im zurückliegenden Pontifikat nicht geklärt worden sind, besprochen werden“, sagte Sprecherin Verena Mosen.

Das katholische Hilfswerk Misereor hält die Herkunft des neuen Pontifex für nicht so entscheidend. „Es ist nicht wichtig, woher der Papst kommt, sondern wofür der Papst steht“, sagte Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel der dpa. Es wäre jedoch ein großes Zeichen, wenn der neue Papst aus Lateinamerika käme.

Am Sonntag versammelten sich zahlreiche Pilger und Touristen auf dem Petersplatz in Rom, obwohl dort kein Angelus-Gebet gesprochen wurde. Einige beteten für Benedikt und seinen Nachfolger. Nach dem Rücktritt des 85-Jährigen wird das traditionelle Gebet ausgesetzt, bis ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt ist. In den vergangenen acht Jahren kamen nach Angaben von Radio Vatikan etwa zehn Millionen Menschen zu den Angelus-Gebeten mit Benedikt.

Wann es einen Nachfolger geben wird, ist ebenso offen wie die Frage, wann das Konklave beginnt. Eine Entscheidung wird im Laufe der Woche erwartet. Italienische Medien spekulierten am Sonntag, das Konklave werde am 11. März beginnen. An der Wahl werden nach derzeitigem Stand 115 Kardinäle teilnehmen. Abstimmen dürfen alle Mitglieder des Kardinalskollegiums, die jünger als 80 Jahre sind.

Der deutsche Kardinal Walter Kasper wird der älteste Teilnehmer sein - er war vor Beginn der Sedisvakanz („leerer Stuhl Petri“) 79 Jahre alt und darf deshalb gemäß den Bestimmungen mitwählen. „Für meine Entscheidungsfindung ist nicht das Alter wichtig, auch nicht die Nationalität. Es geht um die Persönlichkeit“, sagte Kasper der Wiener Zeitung „Die Presse“. Er wird an diesem Dienstag 80 Jahre alt.

Nach dem historischen Rücktritt von Benedikt XVI. befindet sich die katholische Kirche seit Donnerstag in der Übergangszeit der Sedisvakanz. Benedikts Pontifikat war nach fast acht Jahren zu Ende gegangen. Der 85-Jährige ist der erste Papst der Neuzeit, der zurückgetreten ist.

dpa

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