Schauspieler und Stiftungsgründer

Karlheinz Böhm offenbar an Alzheimer erkrankt

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Die Stiftung des Schauspielers Karlheinz Böhm wehrt sich gegen Vorwürfe der mangelnden Transparenz und Verschwendung.

München - Die von dem Schauspieler Karlheinz Böhm gegründete Stiftung "Menschen für Menschen" (MfM) steht seit rund einer Woche in der Kritik. Wie jetzt bekannt wurde, bekommt Böhm von dem Drama um sein Lebenswerk offenbar gar nichts mehr mit - er leidet unter Alzheimer.

Der Vorstand der von Böhm gegründeten Stiftung habe einen ehemaligen Förderer wegen versuchter Erpressung, Nötigung, Beleidigung, Verleumdung und falscher Verdächtigung bei der Staatsanwaltschaft in München angezeigt, teilte die Stiftung mit. Der Spender hatte vor gut zehn Tagen kritisiert, die Organisation habe Spendengelder für einen zu teuren Büroneubau in Addis Abeba verwendet. Zudem seien die Kosten für neu gebaute Schulen nicht transparent. Die in Äthiopien tätige Organisation weist die Vorwürfe als unberechtigt zurück.

Zum Gesundheitszustand des Gründers Böhm wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Seine Ehefrau Almaz, die auch Vorstandschefin ist, erklärte lediglich, ihr Mann habe sie vor Jahren in diesem Punkt um Verschwiegenheit gebeten. "Die Öffentlichkeit soll ihn so in Erinnerung behalten, wie er in seinen guten Zeiten war, nicht als alten und gebrechlichen Menschen", sagte Almaz Böhm. Der Sohn des Schauspielers, Michael Böhm, wird hingegen von verschiedenen Medien mit den Worten zitiert: "Mein Vater hätte das so nicht gewollt." Er bestätigte aber die Hinweise auf die Alzheimererkrankung des Schauspielers: "Mein Vater ist schwer dement und kann sich nicht mehr äußern".

Der ehemalige Förderer hatte in einer E-Mail an mehrere Medien geschrieben, er habe von der Stiftung alle von ihm direkt und indirekt gespendeten Gelder zurückgefordert. Er erhebt auch den Vorwurf der Bilanzfälschung und habe die MfM deshalb aufgefordert, seine Zahlungen nachträglich in ihre Bilanzen einzufügen, um den Vorwurf einer Fälschung auszuräumen. Diese Forderung habe er mit einem Ultimatum versehen, verbunden mit der Androhung, ansonsten Beweise für die Verschwendung von Spendengeldern an die Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten.

Die MfM erklärte, der Förderer habe 2004 vorgeschlagen, auf eigene Rechnung für das Hilfsunternehmen die Werbetrommel zu rühren. Dies habe er bis 2012 großzügig getan. Da er das Geld direkt an Dritte gezahlt habe, seien die Summen nicht in den Bilanzabschlüssen aufgetaucht. Vorstandssprecher Hermann Orgeldinger bestätigte einen Bericht der "Passauer Neuen Presse", wonach der Spender Böhms Organisation insgesamt 627 000 Euro zur Verfügung gestellt haben soll. Dies sei ihm auch quittiert und in der Buchhaltung vermerkt worden. Für weitere 415 000 Euro habe der Förderer auf eigenen Wunsch keine Quittung bekommen.

dpa/mic

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