Spiele der Fußball-Bundesliga

Kaum einer will Kostenbeteiligung für Polizeieinsatz

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Bremen - Der Vorstoß von Bremen, die DFL an den Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen zu beteiligen, sowohl bei Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius als auch bei vielen anderen auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Die Sorge von Ligapräsident Reinhard Rauball vor einem "Flickenteppich" im deutschen Fußball ausgerechnet in der brisanten Sicherheitsthematik ist unbegründet - Bremens Politiker stehen mit ihrem Vorstoß zur Bezahlung von Polizeieinsätzen bei Risikospielen durch die Bundesliga-Clubs alleine da. Am Tag nach dem viel diskutierten Vorstoß von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer bekam der SPD-Politiker keinerlei Unterstützung aus anderen Bundesländern - auch nicht von Parteifreunden aus Hamburg, Brandenburg oder dem traditionellen Fußball-Land Nordrhein-Westfalen. Der geschlossene Protest aus dem Profi-Fußball hält derweil unvermindert an.

"Unser Ziel ist es, die Einsatzzeiten der Polizei beim Fußball auf Dauer zu reduzieren. Dabei setzen wir auf den Schulterschluss mit DFB, DFL, den Vereinen und den friedlichen Fans", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger. "Nur gemeinsam kann es uns gelingen, Chaoten und Gewalttäter aus den Stadien herauszuhalten. Wir haben in Deutschland eine einmalige Fußballkultur. Wir haben moderne Stadien, Stehplätze und eine Superstimmung. Mir ist es wichtig, dieses wunderbare Fußballerlebnis zu erhalten", fügte der Vorsitzende der Innenminister-Konferenz an.

Was meinen Sie? Bremen will die Deutsche Fußball Liga künftig an den Kosten für Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen des SV Werder im Weserstadion beteiligen. Was sagen Sie dazu? Richtige Entscheidung – warum soll die Allgemeinheit die Kosten tragen? Falsche Entscheidung – die öffentliche Sicherheit ist nunmal Sache des Staates. Mir ist egal, wer das zahlt: Hauptsache, es die Sicherheit ist gewährleistet. // set a new cookie with expiry ten minutes function setPollCookie() { expiry = new Date(); expiry.setTime(expiry.getTime()+(10*60*1000)); document.cookie = "LastURIPoll=;path=/;expires=" + expiry.toGMTString(); }

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann positionierte sich am Mittwoch am deutlichsten gegen den sogenannten Bremer Beschluss. "Für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt die originäre Zuständigkeit beim Staat und damit bei der Polizei", erklärte der CSU-Politiker in München. "Wenn HSV-Fans am Marienplatz randalieren, kann man nicht den FC Bayern dafür verantwortlich machen", betonte Herrmann. Der Beitrag der Vereine müsse sein, Gewalttäter auf Dauer von Fußballspielen auszuschließen und gegen Pyrotechnik einzuschreiten.

Bremen hatte am Dienstag verkündet, den Fußball für Polizeieinsätze bei Risikospielen in der Bundesliga in der kommenden Saison zur Kasse bitten zu wollen. Nach Ansicht Hermanns wie praktisch aller seiner Amtskollegen sind die Veranstalter von Fußballspielen oder anderen Großveranstaltungen "generell in den eigenen Räumen und eigenen Veranstaltungsorten für den geordneten Ablauf selbst zuständig". Auch müssten sie für eine ausreichende Anzahl an Ordnern sorgen - mehr aber auch nicht.

Auch aus Schleswig-Holstein, Hessen, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kamen am Mittwoch ablehnende Reaktionen. Die Landesregierungen in Baden-Württemberg und Niedersachsen hatten sich schon am Dienstag entsprechend geäußert. "In den letzten zwei Jahren haben die Bundesländer gemeinsam mit der DFL und dem DFB sehr konstruktive Gespräche in den Bereichen Fan-Förderung und Gewaltprävention geführt.

Die jetzige Entscheidung in Bremen beeinträchtigt diese Gespräche und ich halte sie für wenig zielführend", sagte Niedersachsens SPD-Innenminister Boris Pistorius. Rheinland-Pfalz - wie Bremen rot-grün regiert - hatte sich schon vor dem Bremer Beschluss positioniert und als bundesweit einheitliche Regelung den sogenannten "Event-Euro" vorgeschlagen. In der Innenministerkonferenz sei der Vorschlag noch nicht abschließend beraten worden und somit nicht "abstimmungsreif".

Ligapräsident Rauball hatte seine Sorge ausgedrückt, der Bremer Beschluss werde eine uneinheitliche Regelung in Deutschland hervorrufen. "Es droht demnach ein Flickenteppich - und das kann niemand wollen", sagte der Präsident von Borussia Dortmund in einem Interview der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Im Moment ist Bremen aber der einzige Mini-Flicken auf dem deutschen Fußball-Teppich.

lni

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