Klinikum Wolfsburg

Keime auf Station für Frühchen

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Gefährliche Keime: Die Frühchen-Station in Wolfsburg nimmt keine neuen Babys mehr auf.

Wolfsburg - Das Klinikum Wolfsburg nimmt auf der Frühchen-Intensivstation derzeit keine neuen Frühchen auf. Grund sind Serratien-Keime: Fünf Frühgeborene sind von den Darmbakterien befallen; zwei waren erkrankt, ihnen geht es wieder gut – sie weisen laut Stadt nur „geringfügige Keimbesiedlungen“ auf.

Bereits Anfang September war ein Frühgeborenes auf der Station an einer Serratien-Infektion erkrankt. Es überstand diese Infektion ohne Folgen. Sechs weitere Kinder trugen den Darmkeim, entwickelten aber keine Serratien-Infektion. Durch zusätzliche Hygienemaßnahmen konnten die Ärzte verhindern, dass sich weitere Kinder ansteckten.

Als im Oktober erneut ein Baby eine Serratien-Infektion erlitt, wurden die Gesundheitsämter von Stadt und Land eingeschaltet. Den jüngsten Fall gab es am 3. November.

Für sehr kleine Frühgeborene kann der Keim im Gegensatz zu gesunden Neugeborenen aufgrund des fehlenden oder extrem unreifen Abwehrsystems zu schwer verlaufenden Erkrankungen führen. Deshalb wurden die Hygienemaßnahmen auf der Station intensiviert. „Der vorliegende Serratien-Stamm lässt sich mit den üblichen Antibiotika behandeln und ist nicht multiresistent. Wir haben sofort intensiv mit der Suche nach möglichen Infektionsquellen begonnen“, sagte Akhil Chandra, Medizinischer Direktor des Klinikums.

Das Klinikum Wolfsburg war vor Kurzem in die Schlagzeilen geraten, weil zwei Pilzsammlerinnen, die vermutlich giftigen Knollenblätterpilz gegessen hatten, zunächst wieder nach Hause geschickt worden waren. Erst bei ihrem zweiten Besuch in der Notaufnahme wurden die 86-jährige Mutter und ihre 57 Jahre alte Tochter stationär aufgenommen. Kurz danach starben beide. Das Klinikum wies jede Schuld von sich: Alle notwendigen Untersuchungen seien vorgenommen worden.

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