Lego erweitert sein Mädchenbild

Kein Ponyhof

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Foto: Mehr Frauen bei der Arbeit – das will Lego mit seinen neuen Figuren umsetzen.

- Einkaufszentrum, Jacht und Ponyhof – das Leben der Legofiguren für Mädchen spielt sich in kleinem Radius ab. Die Ereignislosigkeit in Pink mit Glitzer missfiel der siebenjährigen Charlotte aus den USA so sehr, dass sie sich vor einem halben Jahr per Brief bei Lego beschwerte und nach Mädchenfiguren verlangte, die echte Jobs haben.

Ihr nächster Besuch im Spielzeugladen dürfte Charlotte ein wenig besänftigen, denn der dänische Spielzeughersteller bringt nun unter dem Label „Forschungsinstitut“ drei Figuren von Wissenschaftlerinnen auf den Markt: eine Astronomin mit Teleskop, eine Paläontologin mit Tyrannosaurus-Skelett und eine Chemikerin mit Reagenzgläsern. Emanzipation im Miniaturformat.

Die Idee dazu hatte die schwedische Geochemikerin Ellen Kooijman, die am Naturhistorischen Museum in Stockholm forscht. Kooijman stellte ihre Entwürfe auf der Internetseite „Lego Ideas“ vor. „Mir sind mir zwei Aspekte bei den bisherigen Lego-Sets aufgefallen: ein verzerrtes Verhältnis zwischen Jungen- und Mädchenfiguren und eine stereotype Darstellung der Mädchen“, schreibt Kooijman in ihrem Blog. Ihre Idee fand mehr als 10 000 Unterstützer, Lego nahm sich der Sache an.

Mit der Umsetzung ist Kooijman zufrieden. „Ich wollte die Botschaft rüberbringen, dass Wissenschaftler im Labor Alltagskleidung tragen“, schreibt sie. Weder Schutzanzug noch Glitzergarderobe. Dementsprechend normal sind die Figuren gekleidet. Eines aber missfällt Kooijman: Die Mini-Forscherinnen tragen Lippenstift. „Ich rate dringend davon ab, mit Make-up ins Labor zu gehen“, schreibt Kooijman, „sonst kommt es schnell zu einer Verunreinigung der untersuchten Proben.“

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