Rechtsstreit

Keine Einigung zwischen Thomas Anders und seiner Ex

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Keine Einigung in Sicht: Der frühere Modern-Talking-Sänger Thomas Anders und seine Ex-Frau Nora Balling streiten vor Gericht über Passagen in der Autobiografie des Musikers.

Koblenz - Einigungsversuch gescheitert: Der früherer Modern-Talking-Sänger und seine Ex-Frau Nora Balling sind in ihrem Rechtsstreit zu keiner einvernehmlichen Lösung gelangt. Bei dem Streit geht es um Passagen in der Autobiografie des Sängers, in denen er sich über seine Ex-Frau äußert.

Anlässlich eines Verhandlungstermins vor dem Oberlandesgericht Koblenz trafen m Freitag die Anwälte beider Seiten zu einem Gespräch, wie der Vorsitzende Richter Thomas Grünewald mitteilte. Der Einigungsversuch blieb aber trotz der Bemühungen Grünewalds ohne Ergebnis. Anders und Balling selbst waren nicht vor Gericht erschienen.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Äußerungen des Sängers über seine Ex-Frau in seiner Autobiografie mit dem Titel „100 Prozent Anders“. Balling wirft Anders vor, mit mehreren Aussagen in dem Buch gegen eine Verschwiegenheits-Verpflichtung aus der vor 15 Jahren getroffenen Scheidungsvereinbarung verstoßen zu haben.

Richter schlägt Vergleich vor

Der Richter kündigte an, den Parteien in den kommenden Tagen einen schriftlichen Vergleichsvorschlag zuzuschicken. Über den Inhalt sei Stillschweigen vereinbart worden. Sollte nicht beide Parteien zustimmen, hat der Senat des Oberlandesgerichts für den 30. November ein Urteil angekündigt.

Der OLG-Richter deutete in der Verhandlung am Freitag allerdings bereits an, dass der Senat dem Urteil der Vorinstanz weitgehend folgen werde. Das Landgericht Koblenz hatte den Sänger im März unter Androhung von 100.000 Euro Geldstrafe zu Stillschweigen verpflichtet und war damit der Forderung der Ex-Frau gefolgt. Dagegen hatte Anders Berufung beim OLG eingelegt.

Verschwiegenheitsklausel gilt auch nach 15 Jahren

Dort stellte der Richter nun klar, dass auch eine 15 Jahre alte Verschwiegenheitsklausel noch wirksam sei. Einzelne Passagen der im September 2011 erschienenen Autobiografie des Sängers, in denen Anders sich über Charaktereigenschaften seiner Ex-Frau äußert, stellten insofern durchaus einen Verstoß gegen die Scheidungsvereinbarung dar. Das gelte unabhängig davon, dass in den Medien in der Vergangenheit bereits mehrfach ähnlich über die Klägerin berichtet worden sei.

In einem zweiten Verfahren, in dem die Ex-Frau des Sängers rund eine Million Euro Schadensersatz von Anders fordert, steht ein Urteil noch aus. Ob auch diese Forderungen Teil seines Vergleichsvorschlages sein werden, ließ der Richter offen.

dapd

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