Gedanken in Bergen-Belsen

„Keine Neonazis dulden“

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In Bergen-Belsen ist der Befreiung des Konzentrationslagers gedacht worden.

Bergen-Belsen - Mehr als 70.000 KZ-Häftlinge und Gefangene ermordeten die Deutschen in Bergen-Belsen. Am Sonntag wurde der Befreiung des KZ gedacht. Ein Wiedererstarken neonazistischer Gruppe dürfe nicht toleriert werden, forderte ein Vertreter des jüdischen Weltkongresses.

In Bergen-Belsen ist am Sonntag der Befreiung des Konzentrationslagers vor 68 Jahren gedacht worden. „Staat und Gesellschaft müssen dauerhaft für die Dokumentation, Aufarbeitung und Vermittlung der nationalsozialistischen Verbrechen Sorge tragen“, sagte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bei dem Gedenken mit Vertretern der jüdischen Gemeinschaft und Überlebenden.

„Wenn wir uns der Ausgrenzung und ihrer Folgen im Nationalsozialismus erinnern, werden wir gemahnt, die Grundlagen für eine Gesellschaft der Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zu bewahren.“ Die Spuren des Nazi-Terrors seien vor unseren Haustüren immer noch zu finden, müssten aber auch noch weiterhin gesucht werden, mahnte die Ministerin.

Im Lager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide starben mehr als 52.000 KZ-Häftlinge und 20.000 Kriegsgefangene. Britische Soldaten befreiten die Überlebenden am 15. April 1945.

Der juristische Berater des Jüdischen Weltkongresses, Menachem Rosensaft, kritisierte bei einer Ansprache an dem 1946 von seinem Vater errichteten jüdischen Mahnmal das Nein der Bundesregierung zu einem eigenen NPD-Verbotsantrag. Den deutschen Politikern müsse klar sein, dass es sich bei Rassismus, Antisemitismus und Faschismus nicht um Dummheiten, sondern um die Ausgeburt des Bösen handele. Dieses habe zu den zehntausenden Ermordeten in Bergen-Belsen und Millionen vergaster Juden in anderen Konzentrationslagern geführt.

„Wir werden und dürfen kein Wiedererstarken rassistischer und neonazistischer Gruppen in welcher Form auch immer tolerieren, insbesondere nicht in Deutschland“, betonte Rosensaft. Er wurde in dem Lager geboren, in dem sich unter Leitung seines Vaters, Josef Rosensaft, eine der damals größten jüdischen Gemeinden weltweit befand.

Der Vertreter des Jüdischen Weltkongresse begrüßte das Vorhaben der Zentralen Stelle zur Aufklärung von Nazi-Verbrechen, Ermittlungen gegen 50 ehemalige Auschwitz-Aufseher voranzutreiben, auch wenn diese Jahrzehnte zu spät in Gang kämen.

dpa

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