Krise schreckt Urlauber nicht ab

Keine Stornierung von Griechenlandreisen

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Foto: Menschen rollen ihre Koffer durch den Flughafen.

Hannover - Von der Krise in Griechenland lassen sich Reisenden ihren Urlaub nicht verderben: Bisher hat es bei den großen deutschen Reiseveranstaltern nicht mehr Stornierungen als sonst gegeben. Das hannoversche Reiseunternehmen Tui sieht keinen Grund, der gegen eine Reise nach Griechenland spricht.

Viele Geldautomaten in Griechenland sind leer - doch das allein ist aus rechtlicher Sicht noch kein Grund dafür, dass Urlauber ihre Reise kostenlos stornieren dürfen. "Ich fliege ja nicht ausschließlich dorthin, um Geld abzuheben", so Reiserechtler Paul Degott aus Hannover.

Mehr Stornierungen von Griechenlandreisen gibt es bei den großen Reiseveranstaltern bisher nicht. Laut dem hannoverschen Reiseveranstalter Tui und DER Touristik in Köln hätten sich lediglich einzelne Urlauber über Zahlungsmöglichkeiten in ihrer Ferienregion erkundigt. Ähnlich äußerte sich Thomas Cook/Neckermann. Auch dort verzeichnet man nach Angaben einer Sprecherin keine Stornierungen, lediglich Anfragen zum Bargeldzugang. Bei Tui liegt Griechenland in diesem Sommer bei einem Buchungsplus von einem Prozent - nachdem bereits 2014 ein Rekordjahr war. "Wir haben dieses Jahr ein Rekordhoch bei der Gästezufriedenheit für Griechenland. Das Land hat sehr viel in Hotels investiert", sagt Tui-Touristik-Chef Oliver Dörschuck.

Auch das hannoversche Reiseunternehmen Tui sieht aktuell keine Auswirkungen für Pauschalurlauber. Generell seien Kunden, die eine Veranstalterreise buchen, am besten abgesichert. Die touristischen Leistungen wie Flüge, Hotelübernachtungen oder Bustransfers seien eingekauft und vertraglich festgesetzt. "Gäste, die All-Inclusive gebucht haben, sind ohnehin rundum versorgt", sagt Pressesprecherin Anja Braun. Tui gibt den Hinweis des auswärtigen Amtes, mehr Bargeld mitzunehmen, an die Urlauber weiter. Empfehlenswert sei es außerdem, eine Mischung aus Zahlungsmitten wie Bargeld, EC-Karte und Kreditkarte, mitzuführen.

Wenn in den kommenden Tagen oder Wochen jedoch eine Art Dominoeffekt einsetze - also zum Beispiel kein Benzin mehr für die Ausflugsbusse vorhanden ist oder es in den Hotels kein Essen mehr gibt - sieht die Situation laut Reiserechtler Degott anders aus: "Dann kann ich den Vertrag mit dem Veranstalter wegen Schlechtleistung kündigen." Er wäre dann verpflichtet, die Reisenden nach Hause zu befördern. Alternativ könnten sich Urlauber vor Ort beim Reiseleiter beschweren und eine Minderung des Reisepreises verlangen. Bis es soweit ist, bleibt Urlaubern, die ihregeplante Griechenland-Reise nicht antreten möchten, allerdings nur die Hoffnung auf Kulanz des Veranstalters oder die reguläre Stornierung. Dann fallen jedoch in der Regel Stornogebühren an. Deren Höhe ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgelistet, die jeder Urlauber bei der Buchung erhalten muss.

dpa/saf

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