Buchholz

12 Kinder bei Schulbus-Unfall verletzt

+
Foto: Rettungskräfte stehen vor dem verunglückten Schulbus auf einer Kreuzung in der Nähe von Buchholz im Landkreis Schaumburg.

Buchholz - Ein Autofahrer hat am Montag bei Buchholz (Kreis Schaumburg) offenbar ein Stoppschild übersehen und einem Busfahrer die Vorfahrt genommen. Der Schulbus, der 17 Drittklässler zum Schwimmbad bringen sollte, prallte mit dem Anhänger des PKW zusammen; zwölf nach vorn geschleuderte Kinder wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Schulleiter Joachim Preuß konnte die Eltern indes schnell beruhigen: „Niemand ist schwer verletzt“, sagte er. Einige Kinder hatten sich offenbar Prellungen zugezogen. Drei Jungen seien vorsorglich zur Beobachtung in einer Klinik geblieben. Der Busfahrer, der Autofahrer und sein Beifahrer sowie zwei Lehrerinnen blieben unverletzt.

Wie der Schulleiter der Grundschule Heeßen berichtet, waren die Schüler der dritten Klasse wie jeden Montagmorgen mit dem Bus zum sechs Kilometer entfernten Hallenbad Steinbergen unterwegs. Sie wurden von den beiden Lehrerinnen zum Schwimmunterricht begleitet. Um Viertel vor zehn meldete sich eine der Lehrerinnen per Handy in der Schule. An einer Kreuzung etwas außerhalb des kleinen Ortes Buchholz war der Bus trotz Vollbremsung seitlich mit dem Anhänger eines Ford Focus kollidiert, der von einem Mann aus Auetal gesteuert wurde. Der Schulleiter bestellte Polizei und Rettungskräfte und fuhr selbst zum Ort des Geschehens.

Die Polizei zeigte sich am Montag überzeugt, dass den Busfahrer keine Schuld an dem Zusammenstoß trifft. „Der Autofahrer hat ein Stoppschild missachtet“, sagte Gabriela Mielke, Sprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. Der 33-Jährige habe dem von rechts kommenden Bus die Vorfahrt genommen. Gewöhnlich regele eine Ampel den Verkehr an der Kreuzung zweier Landesstraßen. Sie sei allerdings seit Freitag defekt gewesen, nachdem ein Lastwagen mit seinem Sattelauflieger gegen den Ampelmast gestoßen war. Am Wochenende sei die Ampel nicht repariert worden, an ihre Stelle traten Verkehrsschilder. „Das ist ganz üblich so“, sagte die Polizeisprecherin. „Bisher gab es da keine Probleme.“

Schulleiter Joachim Preuß betonte ebenfalls, dass der Busfahrer offenbar keinen Fehler gemacht hat. Die Polizei habe an der Tachoscheibe feststellen können, dass der 53-Jährige mit lediglich 40 Stundenkilometern auf der Vorfahrtstraße unterwegs war. Mit dem Busunternehmen aus Auetal arbeite die von 200 Kindern besuchte Grundschule seit Langem zusammen, der Busfahrer kenne auch die Drittklässler gut.

Über das Sekretariat hatte Preuß die Eltern anrufen lassen, um sie von dem Unfall mit wohl glimpflichem Ausgang zu informieren. Als der Rektor gegen Viertel vor elf wieder in der Schule eintraf, warteten dort bereits Elternteile sämtlicher betroffener Kinder. „Sie waren aufgeregt, aber nicht in Panik“, sagt Preuß. Er habe den Müttern und Vätern mitteilen können, welches Kind zur Untersuchung in welche Klinik gebracht worden sei. Die Rettungskräfte hatten die Acht- und Neunjährigen auf Krankenhäuser in Rinteln, Minden und Bückeburg verteilt. Neun Kinder konnten dort gleich abgeholt werden. Fünf weitere, offensichtlich unverletzte Schüler, waren bereits in Begleitung einer Lehrerin im Taxi zurück zur Schule gebracht worden. Die drei Jungen, die in der Mindener Klinik zwei Tage lang vorsorglich beobachtet werden sollen, teilen sich dort ein Zimmer. „Da haben sie ein bisschen Spaß“, sagte der Schulleiter. Die Polizei hatte die drei als schwer verletzt eingestuft. Damit werde aber lediglich der stationäre Krankenhausaufenthalt bezeichnet, erläuterte die Sprecherin.

Schulleiter Preuß rief in der zweiten großen Pause auch alle Kinder auf dem Schulhof zusammen, um sie zu beruhigen: „Ich habe ihnen gesagt, dass der Busfahrer alles richtig gemacht hat.“ Morgen soll zusätzlich eine Schulpsychologin dafür sorgen, dass sich keine Ängste vor dem Busfahren festsetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare