Frühere Sowjetrepublik

Kinderschänder werden in Kirgistan künftig kastriert

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Die frühere Sowjetrepublik Kirgistan lässt Kinderschänder künftig chemisch kastrieren.

Bischkek/Moskau - Die frühere Sowjetrepublik Kirgistan lässt Kinderschänder künftig chemisch kastrieren. Das Parlament in Bischkek verabschiedete am Donnerstag dazu ein umstrittenes Gesetz, wie die Agentur Akipress aus dem zentralasiatischen Land meldete. Über den Schritt soll eine Kommission aus Ärzten und Psychiatern entscheiden.

Befürworter begründen die Regelung mit dem starken Anstieg von Straftaten an Kindern. Kritiker betonen hingegen, Pädophile seien „kranke Menschen“, die „geheilt statt gefoltert“ werden müssten. Eine ähnliche Novelle war zuletzt auch in Russland und in der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau verabschiedet worden.

Dem kirgisischen Gesetz nach erhalten inhaftierte Kinderschänder künftig Spritzen, die das männliche Sexualhormon Testosteron und damit den Trieb dämpfen. Wer sich nach der Entlassung aus dem Gefängnis nicht weiter behandeln lasse, könne zu zwei Jahren Haft verurteilt werden. Gegner halten das Gesetz für verfassungswidrig, weil es nur Männer betreffe und eine „lebenslange“ Strafe darstelle.

Ärzte hatten gewarnt, das desolate Gesundheitssystem im verarmten Hochgebirgsland sei nicht auf solche Spezialbehandlungen vorbereitet. Das Parlament nahm das Gesetz dennoch mit 85 zu 2 Stimmen an.

dpa

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