Prozessauftakt

Kirchenmusiker gesteht vor Gericht Kindesmissbrauch

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Foto: Der 47-jährige Angeklagte muss sich wegen 23-fachen Kindesmissbrauchs verantworten.

Oldenburg - Im Prozess wegen 23-fachen Kindesmissbrauchs hat ein ehemaliger Kirchenmusiker am Dienstag vor dem Landgericht Oldenburg zum Auftakt ein Geständnis abgelegt. Der 47-Jährige hat lange Zeit ehrenamtlich als Leiter des Posaunenchors in Nordenham gearbeitet.

Auf Antrag der Verteidigung schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus und begründete die Entscheidung mit dem Schutz der Intimsphäre von Opfern und Angeklagtem. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Verwaltungsangestellten vor, in 23 Fällen von Anfang 2011 bis März 2012 mehrere Kinder sexuell missbraucht zu haben. In den vier schwersten Fällen gehe es um beischlafähnliche Taten. Der Strafrahmen dafür liegt nach Angaben von Gerichtssprecher Michael Hermann bei 2 bis 15 Jahren Haft.

Der Angeklagte folgte den Ausführungen des Richters und der Staatsanwältin aufmerksam, vermied aber jeden Blickkontakt mit Zuschauern und Journalisten. Der 47-jährige verheiratete Verwaltungsangestellte war als Leiter des Posaunenchors und Musiklehrer lange Zeit ehrenamtlich in der evangelischen Kirche in Nordenham (Landkreis Wesermarsch) aktiv. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er entlassen. Er habe sich anschließend freiwillig in eine mehrmonatige stationäre Therapie begeben, sagte Herrmann.

Das Gericht müsse das umfassende Geständnis des Angeklagten auf Glaubwürdigkeit prüfen. Am Donnerstag soll ein Gutachter zur Schuldfähigkeit des 47-Jährigen gehört werden. Nach Herrmanns Angaben gibt es bisher keine Anhaltspunkte, die gegen eine Schuldfähigkeit sprechen.

dpa

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