Bevölkerungsschwund

Wie kleine Gemeinden ihre Kirche erhalten können

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Haus im Haus: Die Michael-Kirche.Bluhm

Wietze - Es gibt immer weniger Einwohner in Niedersachsen und damit auch wengier Gläubige. Die kleine Gemeinde Wietze bei Celle zeigt mit einer Haus-in-Haus-Lösung, wie auch kleine Gemeinden in Zeiten des demografischen Wandels ihre Kirche erhalten können.

Mit einem gemeinsamen Gottesdienst und anschließender Besichtigung der Gemeinderäume wurde am Sonntag die evangelische Sankt Michael Kirche in Wietze (Kreis Celle) nach umfangreichen Bauarbeiten wieder in Betrieb genommen. Der Vizepräsident des Landeskirchenamtes Hannover, Arend de Vries betonte in seiner Predigt, dass sich die Gemeinden wieder zunehmend mehr auf ihre Kirchen konzentrieren und möglichst vielfältig nutzen würden.

Dabei hat es die Wietzer Kirche in sich: Ursprünglich in den 60-iger Jahren sehr großzügig für bis zu 800 Gläubige gebaut, erfolgte nun der Rückbau des Kirchenschiffes, der Empore und einer Außenwand. Gleichzeitig wurden ein Gemeindesaal und Gruppenräume als zweigeschossiger Neubau mit über 250 Quadratmetern Nutzfläche in die Kirche integriert. Ob Frauenfrühstück, Gesprächskreis oder Chor - Gemeindearbeit findet nun direkt in der Kirche statt. Und eine neue Orgelhat die Kirche jetzt auch, eigentlich ist es eine gebrauchte aus Hann. Münden, aber frisch gestimmt.

Der Umbau, der knapp eine Million Euro gekostet hat, ist in dieser Form einzigartig und könnte in Zeiten des Bevölkerungsschwunds Modellcharaker haben.

Der Celler Architekt Frank Simon sagt: „Der Entwurf folgt dem ‚Haus im Haus‘-Konzept, das heißt, dass der neue Gebäudekörper unabhängig von der umgebenden Kirche genutzt werden kann.“ Die neuen Gemeinderäume können zur Kirche hin geöffnet werden, wenn besonders viel Andrang herrscht, etwa zu Weihnachten.

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