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Klimaaktivisten legen Flughafen BER lahm: Kritik nach Klebe-Blockade – „absolut inakzeptabel“

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Von: Fabian Müller

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Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ haben den Flughafen Berlin-Brandenburg gestürmt. Die Aktion hat heftige Kritik hervorgerufen.

Update vom 25. November, 7.05 Uhr: Nach der zwischenzeitlichen Blockade des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) durch Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ am Donnerstag haben Politiker mehrerer Parteien die Protestaktion scharf kritisiert. Den Hauptstadtflughafen zu blockieren sei „eine erneute Eskalation und absolut inakzeptabel“, schrieb etwa Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auf Twitter. „Diese Aktionen zerstören wichtige gesellschaftliche Akzeptanz für den Kampf gegen den Klimawandel.“

FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte dem Nachrichtenportal t-online: „Protestaktionen dieser Art sind vollkommen illegitim und können nicht länger einfach so hingenommen werden.“ Es müsse die „volle Härte des Rechtsstaates“ greifen. CDU-Generalsekretär Mario Czaja, sagte: „Der Rechtsstaat kennt die nötigen Instrumente, um sich gegen solche Straftaten zu wehren. Sie müssen jetzt auch konsequent angewendet werden: Vorbeugehaft, Aufenthaltsverbote, Bußgelder.“

Nach Angaben der Bundespolizei hatten sich zwei Gruppen am Donnerstagnachmittag Zugang zum Flughafengelände des BER verschafft. Einige Menschen hätten sich am Boden festgeklebt. Der Berliner Flughafen stoppte vorübergehend den Betrieb auf beiden Start- und Landebahnen. Fünf Starts mussten nach ersten Angaben wegen der Aktion gestrichen werden, davon waren dem Flughafen zufolge 750 Passagiere betroffen.

Nach der Aktion nahm die Polizei mehrere Menschen in Gewahrsam. Gegen die Klimaaktivisten werde Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet, teilte das Polizeipräsidium Brandenburg am Abend mit. Nähere Angaben zur Zahl der Festgenommenen werden für Freitag erwartet.

Klimaaktivisten auf BER-Gelände: Der Flugbetrieb wurde zeitweise eingestellt.
Klimaaktivisten auf BER-Gelände: Der Flugbetrieb wurde zeitweise eingestellt. © Carsten Koall/dpa

Klimaaktivisten legen zeitweise BER lahm - Flughafen nimmt am Abend Flugbetrieb wieder auf

Erstmeldung vom 24. November: Berlin - Am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) ist am Donnerstagnachmittag mutmaßlich wegen einer Aktion von Klimaaktivisten der Flugverkehr eingestellt worden. „Wegen des unbefugten Zutritts mehrerer Personen sind aktuell beide Start- und Landebahnen am BER gesperrt“, erklärte der Betreiber. Ein Sprecher der Bundespolizei Berlin sprach von einem „Vorfall“ mit mehreren Menschen, die sich im nicht öffentlich zugänglichen Bereich des Flughafens aufhielten. Einsatzkräfte seien vor Ort. Weitere Details wurden nicht genannt.

Die Klimaprotestgruppe „Letzte Generation“ erklärte in einer Mitteilung, mehrere Unterstützer hätten das Rollfeld des Flughafens blockiert. Einige von ihnen hätten sich auf dem Asphalt festgeklebt, während andere mit Fahrrädern über den Rangierbereich führen und den Flugverkehr zum Erliegen brächten. Kurz vor dem Betreten des Flughafengeländes informierte die Gruppe nach eigenen Angaben die Polizei per Notruf über ihr Vorhaben. Die Aktivisten wollen gegen die Klimaschädlichkeit von Flügen protestieren.

Gegen 18.25 Uhr gab der BER dann Entwarnung, der Flugbetrieb lief wieder an, allerdings kam es weiter zu Verschiebungen im laufenden Betrieb. Auf Twitter schrieb der BER: „Der Flugbetrieb ist auf beiden Start- und Landebahnen wieder aufgenommen. Es kommt aber noch zu Verzögerungen. Wir bitten um Geduld.“

Polizei nimmt mehrere Klimaaktivisten in Gewahrsam

Am Abend gab die Polizei bekannt, dass mehrere Menschen in Gewahrsam genommen worden seien. Gegen die Klimaaktivisten werde Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung erstattet. Wie viele Personen an der Aktion beteiligt waren, sagte die Polizei nicht.

Auf ihrem Twitter-Kanal hielten die Aktivisten ihre Aktion in einem Livestream fest. In dem rund 35-minütigen Video ist mutmaßlich zu sehen, wie eine Gruppe von Menschen einen Maschendrahtzaun aufschneidet und auf das Gelände des Flughafens eindringt. Später sind Fahrräder zu erkennen, die über eine Landebahn fahren und zwei Mitglieder der Gruppe, die ein Transparent hochhalten mit der Aufschrift: „Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?“ Gegen 16.00 Uhr starteten die Aktivisten ihre Protestaktion.

Klimaaktivisten legen BER lahm - Flugverkehr am Berliner Flughafen zeitweise eingestellt

Gegen Ende des Livestreams greift schließlich die Polizei ein und fordert die Aktivisten auf, die Landebahn zu verlassen. Sie würden notfalls auch „Zwang anwenden“, so einer der Polizisten. Der BER teilte daraufhin am Nachmittag auf seiner Website mit, dass wegen des „unbefugten Zutritts mehrerer Personen“ beide Landebahnen gesperrt seien.

Auf der Website Flightradar24 war zwischenzeitlich zu sehen, wie einige Flugzeuge in der Gegend um den BER Kreise zogen, da sie nicht landen konnten, betroffen waren auch internationale Flüge aus Istanbul oder Newcastle. Andere Flüge wurden umgeleitet und sollten in Leipzig, Dresden oder Hamburg landen. (AFP/fmü)

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