Bombensprengungen

Der Knall im Münchner Szeneviertel

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Foto: Feuerwehrleute löschen Brände, die im August durch die Sprengung einer Fliegerbombe in München ausgebrochen sind.

Hannover - In München-Schwabing und in Viersen mussten Fliegerbomben gesprengt werden – mit spektakulären Folgen.

Im Münchener Kneipen- und Künstlerviertel Schwabing spielen sich am 27. August, einem Montag, dramatische Szenen ab. Arbeiter haben auf der Baustelle des Grundstücks, auf dem einst die Kultkneipe Schwabinger 7 stand, eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe entdeckt. Der Kawenzmann steckt senkrecht im Boden. Ein Sprengmeister beginnt mit der Entschärfung, lässt aber schnell die Finger davon und macht, dass er davonkommt. Das Einsatzkommando entscheidet sich für eine sogenannte kontrollierte Sprengung - mitten im Wohnviertel, in der Nähe der belebten Münchener Freiheit. Die Kabarettbühne Lach- und Schießgesellschaft liegt um die Ecke.

Zum Lachen ist das aber ganz und gar nicht. Mehr als 2500 Anwohner müssen ihre Häuser verlassen. Am späten Dienstagabend kommt es dann zum großen Knall. Eine Feuersäule steigt hoch in den Himmel. Stroh, das die Explosion dämpfen sollte, fliegt brennend durch die Luft und setzt Dächer in Brand. Am Tag danach hängt in Schwabing Brandgeruch in der Luft, die Straßen sind von Glasscherben übersät. Das Gebiet wird abgesperrt, weil niemand weiß, ob Häuser möglicherweise noch einstürzen könnten - und auch, um Plünderungen zu verhindern. Einige Anwohner dürfen erst nach drei Tagen wieder in ihre Wohnungen. Eine Bestandsaufnahme ergibt, dass fast 30 Häuser beschädigt sind, aber keines abgerissen werden muss. Der Gesamtschaden liegt bei vier Millionen Euro. „Wir haben Glück gehabt“, sagt eine Anwohnerin trotzdem und trifft damit das allgemeine Empfinden.

Nur 50 Kilogramm wiegt die Bombe, die am 17. September im niederrheinischen Viersen mitten in der Fußgängerzone gesprengt werden muss. Seitdem klafft dort ein metertiefer Krater, im gesamten Straßenzug sind Schäden an den Häusern zu beklagen. Auch hier hatte ein Langzeitzünder den Abtransport unmöglich gemacht.

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