Kein Gartencenter im Expo-Park

Kölle meldet sich nicht mehr

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Foto: Das Gartencenter Kölle wird sich offenbar doch nicht auf dem Expo-Gelände niederlassen.

Hannover - Der Gartencenter-Betreiber Kölle wird sich aller Voraussicht nach doch nicht auf dem Expo-Gelände niederlassen. Damit bleibt das größte Grundstück im Expo-Park erst einmal ungenutzt.

„Die Ansiedlung von Kölle hätte ein Zeichen gesetzt“, bedauert Karsten Klaus, Geschäftsführer der städtischen Grundstücksgesellschaft Expo Grund. Seit April habe man von der Firma aus Ulm nichts mehr gehört, eine Bauvoranfrage sei ausgeblieben. Auf Nachfrage der HAZ teilt Kölle-Expansionsmanager Christian Hans mit, dass es „vermutlich keinen neuen Sachstand“ gebe. Im Aufsichtsrat der Expo Grund geht man jetzt davon aus, dass aus der Ansiedlung nichts wird. „Das ist bedauerlich, aber es wird sich ein anderer finden“, meint SPD-Ratsherr und Aufsichtsratsmitglied Thomas Hermann. Die Ratsopposition wirft Expo Grund und der Stadtverwaltung vor, sich nicht genügend engagiert zu haben.

Vor eineinhalb Jahren hatte der Ulmer Gartencenterbetreiber Interesse bekundet, eine Niederlassung in Hannover zu bauen. Gleich neben Ikea sollten auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern Schaugärten gezeigt werden. Expo Grund und die Stadt Hannover waren angetan, schließlich handelte es sich um ein Unternehmen, das bereits an zwölf Standorten Gartencenter betreibt. Ein Großteil der angebotenen Pflanzen stammt aus eigener Produktion. Kölle wurde 1818 in Ulm gegründet, inzwischen führt Angelika Kölle den Familienbetrieb in der sechsten Generation.In der Ratsopposition ist man verärgert, dass sich die Stadt Hannover eine Ansiedlung dieser Größenordnung durch die Lappen gehen lässt. „Kölle wäre eine Anker-Niederlassung gewesen und hätte große Aufmerksamkeit erregt“, sagt CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke sieht eine Mitschuld der Stadt Hannover. „Die Verwaltung hätte sich stärker bemühen müssen, einen Ort für die von Kölle geforderte
 Cityverkaufstelle zu finden“, sagt er.

Tatsächlich wollte das Gartencenter-unternehmen nicht nur Schaubeete auf dem Expo-Gelände anlegen, sondern auch ein kleines Geschäft in Hannovers Innenstadt eröffnen. Eine Niederlassung nur im Expo-Park sei „zu weit außerhalb“, hieß es vor eineinhalb Jahren aus dem Unternehmen. Doch offenbar fand die Stadt keinen leer stehenden Laden in der City. „Da hat man wohl ohne rechte Begeisterung gesucht“, vermutet Engelke.

Der Rückzug von Kölle ist kein Einzelfall. Seit 2006 hat es nach Informationen der HAZ mehr als 200 Anfragen von Unternehmen an Expo Grund gegeben, nur in wenigen Fällen ist es zu einem Vertragsabschluss gekommen. Das sei aber nicht ungewöhnlich, meint Aufsichtsratsmitglied Hermann. „Die Firmen haben oft falsche Vorstellungen vom Preis für die Grundstücke“, sagt er. Viele Interessenten glaubten, dass sich eine Fläche für 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter bekommen. Und dann seien sie erstaunt, dass die Grundstücke teurer sind. „Expo Grund darf das Areal nicht unter Wert verkaufen“, sagt Hermann. Immerhin sei ein Großteil des Gebiets bereits vermarktet.

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