Juan Carlos unterzeichnet Abdankungsurkunde

Der König sagt Adios

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Foto: Juan Carlos, König von Spanien (links), dankt zugunsten seines Sohnes Felipe ab

Madrid - Spaniens König Juan Carlos hat die Abdankungsurkunde unterzeichnet. Damit ist der Weg auf den Thron für seinen Sohn Felipe frei. Am Donnerstag soll er gekrönt werden.

Eine Ära geht zu Ende: Spaniens König Juan Carlos setzte am Mittwochabend gegen 18 Uhr seine Signatur auf die Abdankungsurkunde. Nun kann sein Sohn Kronprinz Felipe zum König gekrönt werden.Der 76-jährige Juan Carlos unterzeichnete ein entsprechendes Gesetz, das um Mitternacht in Kraft tritt.Die Zeremonie im Königspalast war die letzte Amtshandlung des Monarchen nach 39 Jahren auf Spaniens Thron. An seiner Seite befanden sich neben 160 geladenen Gästen auch Königin Sofia sowie Thronfolger Felipe mit seiner Ehefrau Letizia und den beiden Töchtern Leonor (8) und Sofía (7). Auch Ministerpräsident Mariano Rajoy und alle Mitglieder der Regierung waren anwesend. Unter Beifall umarmte der scheidende König seinen Sohn nach der Unterzeichnung.

Als Schauplatz der Abdankungszeremonie hatte Juan Carlos den symbolträchtigen Säulensaal des Palasts ausgewählt. Dort hatte Spanien 1985 seinen Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet, wie die Europäische Union damals hieß. Der an einem Stock gehende Juan Carlos wirkte gebrechlich und innerlich bewegt. Als der Text der Abdankung verlesen wurde, schien er kurz mit den Tränen zu kämpfen. Nach der Unterzeichnung tauschte er mit Felipe symbolisch den Platz. Nach wenigen Minuten war die Zeremonie vorbei.

Bei einer Sitzung beider Kammern des Parlaments soll der Kronprinz am Donnerstag als neuer König proklamiert werden. Zunächst erhält Felipe von seinem Vater die Insignien des Armeechefs, bevor er den Eid auf die Verfassung ablegt, seine erste Rede hält und anschließend vor das Volk tritt. Ausländische Staatsgäste und Mitglieder anderer Königshäuser werden nicht dabei sein. Angesichts der Wirtschaftskrise hat sich das Königshaus für einen vergleichsweise bescheidenen Rahmen entschieden. „Wir vergessen auch nicht die Prinzipien der Austerität (Sparsamkeit), die in der heutigen Zeit ratsam sind", betonte der Palast.

An der Strecke durch die Stadt, die das neue Königspaar nach der Krönungszeremonie im Rolls Royce zurücklegen wird, wurden Bushaltestellen, Säulen und Straßenlaternen mit Banderolen in den spanischen Nationalfarben geschmückt. 16 000 Blumen zierten die Straßen der Hauptstadt. Rund 6000 Sicherheitskräfte stehen bereit, um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Allerdings droht dem ohnehin von dichtem Verkehr geplagten Zentrum Madrids durch die Parade weiteres Chaos: Mehrere Hauptstraßen werden gesperrt, Dutzende Buslinien umgeleitet. Immerhin stehe „das für Spanien wichtigste Ereignis des Jahres" bevor, betonte der Chef der Einsatzkräfte, Félix Martínez. Gegner der Monarchie hatten überdies Protestkundgebungen im Zentrum der Hauptstadt angekündigt. Um „Sicherheitsrisiken" zu vermeiden, untersagte die Polizei jedoch Demonstrationen im Zentrum während der Zeremonie im Parlament.

Juan Carlos hatte Anfang Juni nach fast vier Jahrzehnten auf dem Thron überraschend seinen Verzicht angekündigt. Insidern zufolge gaben gesundheitliche Ptrobleme den Ausschlag für die Abdankung. Allerdings hat das Ansehen der spanischen Monarchie in den vergangenen Jahren durch eine Reihe von Skandalen stark gelitten.Juan Carlos war unter anderem in die Kritik geraten, weil er sich in Krisenzeiten eine Elefantenjagd in Afrika geleistet hatte. Felipe soll als König zusammen mit seiner Frau Letizia dem Königshaus wieder neuen Glanz verleihen.

dpa/afp/isc

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