Anhaltendes Winterwetter

So kommen Sie gut durch den Schnee

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Foto: Die Mitarbeiter von aha haben derzeit alle Hände voll zu tun.

Hannover - Der Wetterdienst warnt vor glatten Straßen. Aha verwarnt einen Hausbesitzer, der sich weigert, den Gehweg zu räumen. Und Bahn- und Flugreisende müssen Verspätungen und Ausfälle in Kauf nehmen.

Nachdem am Montag Neuschnee den Verkehr in der hannoverschen Innenstadt zeitweise zum Erliegen gebracht hat, warnt jetzt der Deutsche Wetterdienst vor glatten Straßen durch Glatteis oder überfrierende Nässe. Für die kommende Nacht sagen die Meteorologen Tiefsttemperaturen von bis zu minus zehn Grad in der Region Hannover voraus.

Unterdessen ist aha am Dienstag immer noch damit beschäftigt, die Hauptverkehrsstraßen zu räumen, berichtet Sprecher Stefan Schlutter. Außerdem seien Mitarbeiter dabei, die Fußüberwege von den Schneemassen zu befreien. Erst morgen könne das Unternehmen damit beginnen, die Nebenstrecken vom Schnee zu befreien.

Bis Dienstagmittag hat aha bereits 23 Grundstückseigentümer angesprochen, die ihren Gehweg nicht gereinigt haben. „Überwiegend haben die Leute verständnisvoll reagiert und gleich den Schnee geräumt“, berichtet Schlutter. Gegen einen Hausbesitzer im Stadtteil Vahrenheide hat aha allerdings ein Verfahren eingeleitet, weil dieser sich weigere, den Gehweg zu räumen.

In der Fußgängerzone ist die Lage den Umständen entsprechend gut. Das Probleme seien aber einige der großen Filialketten, sagte der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler. Denn nicht immer würden deren Mitarbeiter einen Besen in die Hand nehmen, um Schneereste zu befreien. „Ein sauberer Eingangsbereich zieht die Kunden“, sagt er.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren am Montag in Hannover vier Zentimeter Neuschnee gefallen. Andere Stationen in der Stadt haben allerdings auch acht Zentimeter Neuschnee gemessen.

Räumfahrzeuge auch im Umland im Dauereinsatz

Harte Tage haben die im Winterdienst eingesetzten Mitarbeiter der Straßenmeisterei Burgdorf hinter sich. Angesichts massiver Schneefälle musste teilweise rund um die Uhr geräumt und gestreut werden.

„Im Grunde haben wir durchgängig gearbeitet", sagte Werner Klanke, Assistent im Betriebsdienst der Straßenmeisterei, gestern Vormittag. Seit 2 Uhr am Montagmorgen musste im Drei-Schichten-Dienst das rund 240 Kilometer Straßennetz im Osten der Region Hannover regelmäßig abgefahren werden.

Die an der Straße An der Mösch liegende Straßenmeisterei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist nach Klankes Worten zuständig für Bundes- und Landesstraßen. Um lange Wege zu vermeiden, würden in Absprache mit der Region aber auch einige Kreisstraßen in Uetze geräumt, während sich die Region im Gegenzug um Landesstraßen in Burgwedel und Fuhrberg kümmere.

Fünf große Räumfahrzeuge starten regelmäßig vom Betriebshof, von denen drei samt Besatzung von einem Privatunternehmen gestellt werden. Dabei müssen die Straßen nicht nur geräumt werden. Nach Klankes Angaben wird auch Streusalz verteilt, weil es sonst schnell zu Eisbildung kommen würde.

Besondere Probleme hat am Montag der feine Pulverschnee bereitet, weil es ohne regelmäßige Räumung durch anhaltenden Wind besonders bei Schwüblingsen und im Sehnder Bereich zu Schneeverwehungen gekommen wäre. Anders als die meisten Lastwagenfahrer führen zudem viele Pkw-Fahrer unvernünftig und nähmen keine Rücksicht auf die Streufahrzeuge. Nachdem sich „in den letzten drei Tagen alles um den Winterdienst gedreht hat", wie Klanke sagt, ist nicht unbedingt Besserung in Sicht: Es soll noch kälter werden.

Weiter Behinderungen im Flug- und Bahnverkehr

Das Wetter bremst den Verkehr in Deutschland in Teilen weiterhin stark. In der Nacht zu Dienstag fiel vor allem im Norden und Osten sowie im Südwesten erneut Schnee, allerdings nur wenige Zentimeter. Besonders im Norden gerieten am frühen Morgen viele Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit nach Schneefällen und Kälte ins Rutschen. Dabei kam es aber meist nur zu Blechschäden. Der Deutsche Wetterdienst rechnet für den Tagesverlauf verbreitet mit Glätte.

Auch Bahnreisende müssen am Hauptbahnhof Hannover Geduld beweisen. Auch wenn bisher nur wenige Züge ausgefallen sind, kommt es bei manchen Verbindungen zu Verspätungen von bis zu einer Stunde. Insgesamt ist die Lage aber entspannter als am Sonntag und am Montag. Dennoch sind auch an den Flughäfen in Hannover, Hamburg und Bremen am Dienstag erneut einige Verbindungen gestrichen worden. Betroffen sind Flüge der Lufhansa und Brussel Airlines nach Frankfurt, München und Brüssel.

Auch der Frankfurter Flughafen erwartet wieder Störungen im Flugplan. Passagiere müssten noch mit Verspätungen und mit einzelnen Flugausfällen rechnen, sagte ein Sprecher. Nach Eisregen und starkem Schneefall waren am Montag 543 von 1190 Flügen ausgefallen. Für den Dienstag seien bislang 54 Starts und Landungen annulliert worden, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. 35 Verbindungen nach und 19 ab Frankfurt wurden wetterbedingt gestrichen. Damit würde allerdings nur ein kleiner Teil der für Dienstag geplanten 1157 Flüge ausfallen.

Am Sonntag und Montag waren in Frankfurt hunderte Flüge wegen Eisregens und Schnee ausgefallen. Am Montag mussten insgesamt 551 Flüge gestrichen werden, am Sonntag 445 Flüge. Am Dienstag werde nun versucht, langsam zum normalen Flugverkehr zurückzukehren, sagte die Fraport-Sprecherin.

Am Montag hatte es wegen des Winterwetters in weiten Teilen Deutschlands zudem zahlreiche Staus und Unfälle gegeben. Bis zu 70 Kilometer lang war zeitweise ein Megastau auf der A 4 in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Erst am Abend floss der Verkehr dort wieder.

Die Liste der gestrichenen Flüge der Lufthansa.

Die Abflüge in Hannover auf der Internetseite von Hannover Airport.

Die Ankünfte in Hannover auf der Internetseite von Hannover Airport.

Der Abfahrtsplan für den Hauptbahnhof Hannover der Deutschen Bahn.

fkn/mak/dpa/dapd

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