Pakte und Briefe zu Weihnachten

Kommt das noch rechtzeitig an?

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Foto: Paketzusteller sind in diesen Tagen in Eile.

Hannover - Zu spät ist zu spät, das gilt auch für die Weihnachtsgeschenke. Wenn die Frist für den Abgabetermin bei den Paketdiensten verstrichen ist, kommt das Geschenk erst nach Weihnachten an. Was Kunden tun müssen, damit ihre Weihnachtspost pünktlich eintrifft, und was beim Versand zu beachten ist.

Die Deutschen wollen in diesem Jahr laut einer Umfrage für Weihnachtsgeschenke so viel ausgeben wie nie zuvor: 447 Euro sind es im Durchschnitt. Ein Großteil der Geschenke soll per Post verschickt werden. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit insgesamt mehr als 2,1 Milliarden Pakete verschickt. Insbesondere die Vorweihnachtszeit bedeutet für Paketdienste Stress: Sie befördern in den Tagen vor Heiligabend rund dreimal so viele Sendungen wie in den übrigen Monaten des Jahres. Und das Aufkommen steigt seit Jahren. Durch den Onlinehandel gab es allein im Vergleich zum Jahr 2013 eine Zunahme um sechs Prozent. DHL hat 2012 in der Bundesrepublik so viele Pakete ausgeliefert wie noch nie: Kurz vor Weihnachten sei erstmals die Marke von sieben Millionen bearbeiteter Sendungen pro Tag übertroffen worden, gab das Unternehmen bekannt.

Das ist zwar gut für die Wirtschaft, aber ein spürbarer Nachteil für den Kunden: Denn er muss seine DHL-Pakete wegen des hohen Aufkommens in diesem Jahr früher in die Filiale bringen als bisher. Doch bis wann genau sollte ein Päckchen auf die Reise geschickt werden, damit es wirklich pünktlich ankommt? Ein Überblick:

Deutsche Post/DHL

Deutschlands größter Paketversand gibt an, dass Briefe und Postkarten nach Deutschland bis zum 22. Dezember in der Filiale sein müssen, damit sie an Weihnachten im Briefkasten des Empfängers sind. Post innerhalb Europas sollten Kunden bis zum 17. Dezember abschicken. Pakete und Päckchen, die ihre Empfänger rechtzeitig erreichen sollen, müssen am 
22. Dezember bis 18 Uhr in der Filiale sein – also früher als im vergangenen Jahr, da war der Stichtag der 
23. Dezember, 10 Uhr.

Sendungen in EU-Nachbarländer und in die Schweiz müssen am 17. Dezember in der Filiale sein, für Lieferungen in die anderen europäischen Länder sowie außereuropäische Länder ist bereits zu spät. Expresssendungen innerhalb Deutschlands können bis zum 23. Dezember verschickt werden. Da DHL jedoch Marktführer in Europa ist, sollten Weihnachtskunden ihre Pakete nicht erst am letzten Tag zur Post bringen – dafür bietet DHL aber so viele Zielländer für den Versand an wie kein anderes Versandunternehmen.

Ein Päckchen kostet bei DHL in der Filiale 4,10 Euro, ein Paket mit Sendungsverfolgung bis zehn Kilogramm 6,99 Euro. Im Expressversand kostet ein Paket mit einem Gewicht von zwei bis fünf Kilo 19,90 Euro. Pakete sind mit bis zu 500 Euro versichert, für Päckchen übernimmt DHL aber keine Haftung. Achtung: Damit die Versandunternehmen dafür aufkommen, wenn eine Sendung beschädigt wird oder nicht ankommt, müssen Kunden immer die Einlieferungsbescheinigung im Original vorlegen.

Hermes

Der Paketzusteller Hermes benennt als Stichtag für innerdeutsche Päckchen und Pakete den 22. Dezember, 12 Uhr. Bei allen Sendungen, die bis dahin in einem Hermes-Paketshop abgegeben werden, erfolgt der erste Zustellversuch bis Heiligabend. Haustürabholungen müssen bis spätestens zum 21. Dezember um 20 Uhr beauftragt werden, die Abholung erfolgt dann ebenfalls am 22. Dezember. Stichtag für Sendungen ins EU-Ausland ist bei Hermes bereits verstrichen, hier haben Kunden keine Chance mehr auf rechtzeitige Zustellung. Der Versand mit Hermes ist nur innerhalb Europas, nicht aber weltweit möglich. Expresssendungen bietet Hermes keine an, dafür ist der Versand im Vergleich zur Konkurrenz am günstigsten.

Das Unternehmen rechnet für 2014 mit rund zehn Prozent mehr Paketen als im Vorjahr. Bereits im November steigen Hermes zufolge die Sendungsmengen, bis Weihnachten werden rund 3000 zusätzliche Zusteller im Einsatz sein. Ein Päckchen kostet bei Hermes 4 Euro, ein S-Paket 4,90 Euro, beide dürfen nicht mehr als 25 Kilo wiegen. Beim Päckchen liegt die Haftung bei bis zu 50 Euro, beim S-Paket bei bis zu 500 Euro.

DPD

Der Zustelldienst DPD liegt in Deutschland auf Platz 3 bei den umsatzstärksten Paketdienstleistern und gibt für eine rechtzeitige Lieferung von Standardpaketen den 22. Dezember um 12 Uhr als spätesten Zeitpunkt für den Versand innerhalb Deutschlands an. Expresspakete kann man noch bis zum 23. Dezember um 12 Uhr aufgeben, damit sie innerhalb der Bundesrepublik vor den Festtagen zugestellt werden. Beim Versand von Standardpaketen in EU-Länder liegt die Frist für eine pünktliche Weihnachtszustellung je nach Zielland zwischen dem 17. und 19. Dezember.

Die Laufzeit und die Kosten für den internationalen Versand kann aber online über einen Laufzeitrechner abgerufen werden. Ein Versand in die USA ist für Privatversender mit DPD nicht möglich. Der nationale Versand beträgt zwischen 4,50 Euro für ein S-Paket und 15,30 Euro für ein XL-Paket. Der Aufschlag für den Expressversand bis Weihnachten liegt einheitlich bei 
10 Euro zusätzlich zum jeweiligen Paketpreis. Die Haftung liegt je nach Warenwert bei bis zu 520 Euro.

UPS

Pakete, die mit dem amerikanischen Paketzusteller innerhalb Deutschlands im Standardversand versendet werden, müssen bis zum 22. Dezember eingereicht werden, um eine rechtzeitige Lieferung zur Bescherung zu gewährleisten. Beim Expressversand genügt der
23. Dezember. Die Laufzeiten der Sendungen ins Ausland variieren nach Zielland, UPS will dazu deshalb keine generellen Angaben machen. Auf der Internetseite können Kunden die Zustelldauer und die Kosten aber online berechnen und die Lieferung auch in Auftrag geben.

Die Vorweihnachtszeit ist auch für UPS die Zeit mit dem höchsten Paketaufkommen. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Tag mit den meisten Zustellungen der 22. Dezember sein wird, ein Montag. An diesem Tag rechnet UPS weltweit mit 34 Millionen Zustellungen. Das Unternehmen hat deshalb angekündigt, in den USA zwischen 90 000 und 95 000 Saisonkräfte zusätzlich einstellen zu wollen.

UPS schließt im Vergleich zu den drei anderen Zustellern besonders viele Waren generell vom Versand aus. Dazu gehören unter anderem alkoholische Getränke, Felle, Gegenstände von besonderem Wert wie Kunstgegenstände, Antiquitäten und Edelsteine aber auch die Edelmetalle wie Gold und Silber, Prepaid-Karten, Pflanzen, Schmuck- und Uhrensendungen mit einem Wert über 500 US-Dollar sowie Tabak und Tabakwaren.

Von Sabrina Mazzola

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