Drogensucht

Konsum von Speed und LSD steigt

+
Zollfahnder präsentieren Drogenfunde – vor allem synthetische Rauschmittel.

Hannover - Konsumenten harter Drogen bevorzugen immer häufiger Amphetamine. „Bei den Erstauffälligen sind sie inzwischen die größte Gruppe, noch vor Heroin“, sagt Manfred Rabes, Geschäftsführer der Landesstelle für Suchtfragen.

Das niedersächsische Gesundheitsministerium geht gemeinsam mit der Polizei mit verschiedenen Maßnahmen gegen die steigende Zahl an synthetischen Drogen vor.

Für die wachsende Beliebtheit sieht Rabes zwei Gründe. Erstens seien Amphetamine wie zum Beispiel Speed und andere chemische Drogen wie LSD preisgünstiger. Und zweitens putschten diese auf, während Heroin die Konsumenten eher ruhigstelle. Amphetamine seien aus Sicht der Konsumenten attraktiver, sagt Rabes, sie sollen „aktiv machen, aufheitern und passen zu schneller Musik“.

Mit dem Anstieg dieser Rauschmittel folgt Niedersachsen dem bundesweiten Trend. Laut Statistik hatten im vergangenen Jahr bundesweit 71 Prozent der erstmals erfassten Konsumenten harter Drogen Amphetamine im Blut. Es folgten Kokain und Crack mit 18 Prozent und Heroin mit neun Prozent. Auch das Landeskriminalamt beobachtet diese Entwicklung. Demnach hat die Polizei im vergangenen Jahr 110,5 Kilogramm Amphetamine sichergestellt. Vor zehn Jahren waren es lediglich 38,5 Kilogramm, 2007 sogar nur 22,9 Kilogramm.

Auch wenn das Interesse an Amphetaminen steigt, bleibt Crystal Meth in Niedersachsen eine Seltenheit. Das bestätigt auch das niedersächsische Gesundheitsministerium. In diesem Jahr wurden bis zum 30. September lediglich 36,2 Gramm sichergestellt. 2013 waren es 65,9 Gramm.

Das Gesundheitsministerium hat in diesem Jahr Mitarbeiter der Fachstellen für Sucht und Suchtprävention im Hinblick auf psychoaktive Substanzen fortgebildet. Das Land investierte20 000 Euro in ein entsprechendes Projekt. „Die Fachkräfte sollen in die Lage versetzt werden, über die Wirkungen und gesundheitlichen Risiken neuer psychoaktiver Substanzen aufzuklären“, sagt Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD). Das Thema psychoaktive Substanzen sei ein wichtiges Schwerpunktthema in der Landesstelle für Suchtfragen und in den 75 Fachstellen für Sucht und Suchtprävention. Auch die Polizei hilft mit beim Kampf gegen die Drogen. Sie unterstützt unter anderem das Erstellen entsprechender Präventionsmedien.

Von Marco Hardem und Kristian Teetz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare