Handel mit Examenslösungen

Korrupter Richter akzeptiert Urteil

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Foto: Der Angeklagte Jörg L. (M) steht neben seinen Verteidigern Johannes Altenburg (l) und Oliver Sahan (r).

Lüneburg - In der Affäre um verkaufte Lösungen für das Zweite Juristische Staatsexamen ist das Urteil des Landgerichts Lüneburg gegeneinen früherenReferatsleiter im Justizprüfungsamt rechtskräftig. Jörg L. hat seine Revision gegen die Verurteilung zu fünf Jahren Haft zurückgenommen.

Das teilte das Landgericht am Donnerstag mit. Der 49-Jährige war im Februar wegen Bestechlichkeit, Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchter Nötigung schuldig gesprochen worden. Er hatte Rechtsreferendaren die Lösungen der schwierigen Examensaufgabenangeboten, zum Teil gegen Geld.

Damit ist die strafrechtliche Seite Affäre aber noch nicht aufgearbeitet. Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt weiter gegen einen juristischen Nachhilfelehrer aus Hamburg. Der Repetitor soll L. geholfen haben, Lösungen zu verkaufen. Außerdem stehen noch Rechtsreferendare im Visier der Ermittler, die auf die Hilfsangebote des früheren Amtsrichters L. eingegangen sein sollen.

"Herr L. will mit der Vergangenheit abschließen und nach vorn blicken", sagte sein Verteidiger, Oliver Sahan, der HAZ.

15 Juristen droht außerdem die Aberkennung ihrer Abschlüsse oder sie haben sie bereits verloren. Nach Angaben des Justizministeriums in Hannoverist fünf Juristen ihr Abschluss bereits rechtskräftig aberkannt worden. Zum Teil haben sie ihre Urkunden nach Angaben eines Sprechers freiwillig abgegeben. Fünf wehren sich derzeit vor Gericht gegen die Aberkennung. Bei fünf weiteren Juristensteht die Aberkennung kurz bevor.

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