Kreistagsbeschluss

Kreis Lüneburg bekommt keine Elbbrücke

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Lüneburg - Die seit mehr als 20 Jahren geplante Brücke über die Elbe im Landkreis Lüneburg wird nicht gebaut. Das hat der Kreistag am Montag in Lüneburg beschlossen, wie eine Sprecherin mitteilte. In einer namentlichen Abstimmung hätten 32 Abgeordnete für das Ende der Pläne gestimmt, 24 seien dagegen gewesen.

Wegen der zu erwartenden Kosten hatten die zuständigen Ausschüsse bereits Ende Juni beschlossen, die Planungen einzustellen. Die rot-grüne Mehrheit hatte auch dort dagegen votiert, ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren zu betreiben. Auch der Vorschlag der oppositionellen CDU-Fraktion, den Bau einer günstigeren Schrägseilbrücke zu prüfen, fand dabei keine Mehrheit.

Die Brücke sollte die Gemeinde Amt Neuhaus am nordöstlichen Elbufer mit dem Südwesten verbinden. Bis 1993 gehörte die Region zu Mecklenburg-Vorpommern, danach wurde sie ein Teil Niedersachsens. „Für uns war die Brücke ein Symbol für die Vollendung der Einheit“, sagte Grit Richter, Bürgermeisterin der Gemeinde Amt Neuhaus. „Das Scheitern macht die wirtschaftliche und soziale Lage der Gemeinde Amt Neuhaus nicht leichter“, betonte die parteilose Politikerin.

Lange wurden die Kosten für den Bau zwischen Darchau im Nordosten und Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg auf 45 Millionen Euro geschätzt. Doch ein vom Kreis Lüneburg beauftragtes Ingenieurbüro bezifferte die zu erwartenden Kosten Anfang 2015 auf rund 58 Millionen Euro. Weil die rot-grüne Landesregierung erklärt hat, ihre Zuschüsse nicht aufzustocken, hätte der Landkreis einen Eigenanteil von bis zu 29 Millionen Euro finanzieren müssen - zu viel, wie die Kommunalpolitiker fanden.

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