Pädophilie-Verdacht

Krisengespräche an Odenwaldschule beginnen

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Foto: An der Odenwaldschule haben nach einem Verdacht auf Pädophilie Krisengespräche begonnen.

Heppenheim - Der Skandal um den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule schien überstanden, da wird das Internat von einer neuen Affäre eingeholt. Es geht um einen Lehrer, der im Besitz von Kinderpornografie war. Wieder gibt es Vertuschungsvorwürfe.

Im südhessischen Heppenheim muss die Leitung der Odenwaldschule den Aufsichtsbehörden am Dienstag Rede und Antwort stehen. Der Kreis Bergstraße hat die Schulleitung zu einem Krisengespräch einbestellt. An dem Gespräch nehmen auch Vertreter von Jugendamt, Schulamt und Sozialministerium teil. Die Behörden werfen der Schule vor, sie nicht rechtzeitig informiert zu haben, dass ein Lehrer im Verdacht stand, pädophile Neigungen zu haben.

Schon 2013 stand der Pädagoge unter Beobachtung, weil Schüler sein Verhalten „merkwürdig“ fanden; Anfang April 2014 durchsuchte die Polizei seine Wohnung nach Kinderpornos. Erst zehn Tage späterinformierte die Schule die Aufsichtsbehörden. Einen Fragenkatalog zu dem Fall ließ die Schule aus Sicht des Kreises unbeantwortet.

Die Schule wehrte sich am Montag schriftlich gegen den Vorwurf der Vertuschung. In dem Gespräch um 14 Uhr werde man „die Situation umfassend klären“. An der Odenwaldschule hatten jahrzehntelangLehrer Schüler sexuell missbraucht. Dokumentiert sindmindestens 132 Opfer seit den 1960er Jahren. Ans Licht kamen die Taten aber erst Jahrzehnte später.

dpa

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