Kinofilm über eine Kuh

Krista - der Star im Stall

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„So viel Jugendlichkeit, so viel Adel“: Landwirt Jörg Seeger aus Bissel weint vor Glück. Seine Krista räumt auf Viehschauen reihenweise Preise ab.

Oldenburg - Krista ist die schönste Kuh Deutschlands. Und jetzt auch noch ein Kinostar. Der Film über sie und ihre Besitzer läuft am Donnerstag an und beleuchtet Kristas Leben auf dem Hof der Familie Seeger in Bissel, einem Dorf in der Gemeinde Großenkneten.

Als Krista kam, änderte sich alles. Wegen der Schönheit vom Lande wurde die Filmgeschichte umgeschrieben. Komplett. Ursprünglich wollten Antje Schneider und Carsten Waldbauer auf dem Hof von Jörg und Janine Seeger in Bissel bei Großenkneten (Kreis Oldenburg) eine Dokumentation über Holstein-Kühe im Allgemeinen drehen. Das war vor drei Jahren, jetzt ist der Film fertig - und im Mittelpunkt steht Krista, die schönste Holstein-Kuh Deutschlands. Der 90-minütige Film startet am Donnerstag, im April wird er auch in einigen niedersächsischen Kinos zu sehen sein.

Krista gehört zur Weltelite, auf Viehschauen räumt sie reihenweise Preise ab. In Italien wurde ihr Euter zum besten unter den teilnehmenden Kühen gekürt. Für Platz eins reichte es dort trotzdem nicht ganz: „Die andere Kuh hatte etwas schönere Fesseln“, begründet der italienische Preisrichter sein Urteil im Film. Kristas Besitzer Jörg Seeger schwärmt von seinem Star im Stall, sie habe „so viel Jugendlichkeit, so viel Adel“. Nach getaner Arbeit schaut er regelmäßig bei ihr vorbei, wünscht seiner Schönen noch eine gute Nacht.

Manchmal romantisches, immer arbeitsreiches Leben

Jörg und Janine Seeger erlauben dem Kinozuschauer einen tiefen Blick in ihren Alltag. Mit lange Einstellungen, dichten Momentaufnahmen verfolgt die Kamera Kristas Weg - immer im Kontext zum Wirken der Familie auf dem Hof. Ein manchmal romantisches, immer arbeitsreiches Leben.

„Für mich sind Kühe mehr als Nutztiere“, sagt die Bäuerin. Schon als Kind hätten ihr die Tiere Geborgenheit, manchmal Trost gespendet. Aber sie weiß, dass die Kühe Geld bringen müssen. Und das durch möglichst viel Milch. Oder mit gut gebauten Kälbern. Das Paar hat 200 Rinder auf seinem Hof, die Zucht ist die Passion des 35-jährigen Landwirts Jörg.

Als Krista zunächst keinen Nachwuchs bekommen kann, ist die Ungeduld, die Enttäuschung ihrer Besitzer für den Zuschauer greifbar. Damit es doch noch klappt, schneidet der Tierarzt Kristas Bauch auf, um ihr Zysten zu entfernen. Auch bei solchen Aktionen ist die Kamera ganz nah dabei. Ebenso bei der künstlichen Befruchtung, der Geburt des ersten Kalbes mit dem darauffolgenden emotionalen Ausbruch des Bauers.

Film in Vorauswahl für Deutschen Filmpreis

Während der jahrelangen Dreharbeiten hat sich auch die Familie entwickelt. Mittlerweile haben die Seegers zwei Kinder. „Deshalb verändert sich im Film mein Gewicht etwas“, erzählt Janine Seeger und lacht. Und wie ist es so, vor der Kamera zu stehen? „Erst ungewohnt, dann irgendwie vertraut“, sagt die 32-Jährige. Zu den Filmemachern habe sich ein freundschaftliches Verhältnis ergeben. „Wie schön, Carsten und Antje sind wieder da“, habe es dann nur noch geheißen, wenn das Team anrückte.

Am vergangenen Wochenende haben die Seegers „Die schöne Krista“ bei einem Hoffest gezeigt. Der Film hat es bereits in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis als einer der fünfzehn besten Dokumentarfilme geschafft. Die 500 Gäste waren angetan. Schwieriger sei es, so die Produktionsfirma, die Kinobetreiber vom Film zu überzeugen. „Was sollen wir mit einer Kuh?“, sei eine häufige Reaktion.

Doch sie kennen Krista nicht. Eine Kuh, die alles hat: „Gut im Fundament und scharf gebaut“, so beschreiben ausgewiesene Kuhkenner ihre Schönheit. Mehr Informationen unter www.die-schoene-krista.de.

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