Versuch in Bremen

Künstliche DNA nicht so erfolgreich wie erhofft

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Foto: Der Einsatz von künstlicher DNA sollte in Bremen die Verbrechen reduzieren. Der gewünschte Erfolg blieb aber aus.

Bremen - Es sollte ein Wundermittel sein: Mit einer Flüssigkeit, die dem genetischen Fingerabdruck gleicht, sollen sich Bremer Bürger vor Einbrechern schützen können. Der Erfolg ist mäßig.

Der Einsatz von künstlicher DNA sollte im Land Bremen helfen, die hohe Zahl von Einbrüchen zu senken. Den gewünschten Erfolg hat das Aufsprühen von unsichtbaren Flüssigkeiten auf Wertgegenstände nicht gebracht: Die Zahl der Einbrüche habe nicht entscheidend gesenkt werden können, sagte der Leiter des Projekts, Uwe Schröter, am Dienstag in Bremen.

Wurde vor drei Jahren 2908 Mal in Wohnungen eingebrochen, gab es im vergangenen Jahr 2772 Einbrüche. Drei Einbrüche hätten seit Beginn des Pilotprojekts der Polizei vor drei Jahren mit Hilfe der künstlichen DNA aufgeklärt werden können.

Derzeit seien etwa 5000 Haushalte im Land Bremen mit der künstlichen DNA ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine nur unter ultraviolettem Licht sichtbare Flüssigkeit. Werden Wertgegenstände damit markiert, können sie bei einem Diebstahl einwandfrei ihrem Besitzer zugeordnet werden. Die künstliche DNA ist in ihrer Zusammensetzung einzigartig und gleicht damit einem genetischen Code.

Der Einsatz der künstlichen DNA habe allerdings eine abschreckende Wirkung, sagte der Projektleiter. Das habe eine Befragung im Auftrag der Bremer Polizei von knapp 150 inhaftierten Straftätern in Bremen und Uelzen ergeben. Knapp die Hälfte der Befragten habe angegeben, dass die künstliche DNA eine abschreckende oder sehr abschreckende Wirkung habe.

In der Rangfolge liege die Abschreckung durch Hinweisschilder auf diesen Diebstahlschutz allerdings knapp hinter Hinweisen auf Videoüberwachung, den bissigen Hund und die Alarmsicherung. „Wir müssen jetzt Ermittlungserfolge durch künstliche DNA nachweisen“, sagte Polizeipräsident Lutz Müller. Dann werde die abschreckende Wirkung stärker. In einem Vergleich über den Zeitraum von einem Jahr habe sich bei Anwohnerinitiativen in Bremen-Nord gezeigt, dass das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, mit dem Diebstahlschutz durch künstliche DNA um drei Prozent geringer sei als in ungeschützten Haushalten.

dpa

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