Niedersachsen beliebt wie noch nie

Küste, Harz und schöne Städte

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Foto: Die Stadt Wolfenbüttel hat bei den Übernachtungen das größte Plus gemacht.

Hannover - Wie wär’s mit einer Übernachtung unter Wölfen in Verden, einer Mühlentour durch Ostfriesland oder damit, ganz gesellig mit Singles durchs Osnabrücker Land zu wandern? Urlaub in Niedersachsen kann ganz schön und abwechslungsreich sein. Das meinen auch immer mehr Gäste.

Mit knapp 40 Millionen Übernachtungen hat das Land im vergangenen Jahr sogar seinen Tourismusrekord aus dem Expo-Jahr 2000 in den Schatten gestellt. „Und es geht weiter nach oben“, sagte Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, am Mittwoch bei der Präsentation des „Tourismusbarometers“. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2012 habe es wieder eine Steigerung von rund zehn Prozent gegeben.

Die Touristen zieht es zunehmend in die Städte. Ihr Marktanteil bei den Übernachtungen stieg mittlerweile auf fast ein Fünftel. Den größten Zuwachs erzielte Wolfenbüttel mit einem Plus von 30,1 Prozent. Bei den Regionen waren Hannover-Hildesheim und die Mittelweser (jeweils plus 9,3 Prozent) und das Gebiet Unterelbe–Unterweser (6,6) am erfolgreichsten. Leichte Verluste gab es hingegen wegen des durchwachsenen Sommers an der Nordseeküste, die mit 7,1 Millionen Übernachtungen dennoch das beliebteste Reisegebiet bleibt. Einbußen hatten auch der Harz und das Oldenburger Münsterland zu verzeichnen.

Immer mehr Ausländer entdecken Niedersachsen. Ihr Anteil bei den Übernachtungen wuchs um 8,4 Prozent. „Vereinfacht gesagt sind die Schweizer auf den Inseln, die Dänen und Niederländer in den Bergen und die Briten in Hannover zu finden“, heißt es in der Tourismusstudie. Dieser Bereich bleibe aber ausbaufähig.

Genauso wie die Zielgruppe der über 60-Jährigen. Die Gleichung „Mehr Ältere heißt mehr Inlandsreisende“ gelte allerdings nicht mehr, sagt Manfred ­Zeiner vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremden­verkehr in München, das das „Tourismusbarometer“ erstellt hat. Die Rentner von morgen seien beweglicher, würden gern im eigenen Auto und ins Ausland reisen. Mit vermeintlich speziellen Angeboten für ruhebedürftige Senioren wie „kinderfreie Hotels“ würden die Anbieter nichts erreichen, warnt Zeiner: „Ausgrenzung führt selten zum Erfolg, Niedersachsen ist ein Familienreiseland.“

Es ist aber auch ein Land, in dem verzweifelt Kellner und Zimmermädchen gesucht werden. Schon jetzt fehlten rund 3000 Fachkräfte in der Gastronomie, heißt es im „Tourismusbarometer“. Die Zahl der Auszubildenden sei erschreckend niedrig. Für viele junge Menschen biete die Hotellerie und Gastronomie keine Perspektiven, sei allenfalls ein Zwischenjob zwischen Schule und Studium. Fachleute raten allerdings dazu, nicht nur die 20-Jährigen im Blick zu haben. Gerade ältere Gäste schätzten ältere Servicekräfte mit Erfahrung.

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