Neue Saison beginnt

Küste putzt sich für Osterurlauber heraus

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Foto: Trotz wechselhaftem und zum Teil regnerischen Wetter gab es an diesem Wochenende einen ersten "Ansturm" auf die niedersächsische Nordseeküste.

Neuharlingersiel - Ostern an der Küste. Eine frische Nordseebrise soll den Winterschlaf beenden und Frühlingsgefühle wecken, hofft die Tourismusbranche. Für die neue Saison haben sich die Urlaubsorte herausgeputzt.

Volle Fähren mit Kurs auf die Nordseeinseln und dichter Autoverkehr im Nordwesten: Mit den Osterferien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erlebt die Küste den ersten großen Besucheransturm. In den vergangenen Monaten war auf den Baustellen der Inseln Hochbetrieb, die Nebensaison wurde für Renovierung und Sanierung der Quartiere genutzt. Das hat sich größtenteils gelohnt: Zum Saisonauftakt ist die Buchungslage bereits sehr gut. „Aber auch für Kurzentschlossene ist noch etwas frei“, sagt Katja Benke von der Tourismusgesellschaft „Die Nordsee“.

Außer den Ferienorten werden auch die Strände herausgeputzt: Dort rollten nach ersten Müll-Sammelaktionen schwer beladene Lastwagen an. Sie bringen tonnenweise Sand, um die von Stürmen zerzausten Flächen zwischen Wasserkante und Dünenrändern wieder ansehnlich zu machen. Entschärft hat sich die Situation für die Fähren von Norddeich nach Norderney: Das Fahrwasser ist nach dem Einsatz eines Baggerschiffes wieder so tief geworden, dass die Schiffe fast unabhängig von der Tide passieren können. Für den Urlauberansturm am Wochenende waren zahlreiche zusätzliche Fahrten eingeplant.

Einige Attraktionen sind in diesem Jahr neu an der Küste. So heißt das alte Nationalparkhaus auf der Insel Norderney jetzt Erlebniszentrum „WattWelten“ und sorgt für Aufsehen mit seiner Außenfassade: Sie erinnert an geriffelte Strukturen im Watt. Mehrere hundert Fähnchen aus Holz verändern mit dem Wind ihre Muster. Das derzeit modernste Besucherzentrum des Nationalparks bietet Einblicke in die Themen Weltnaturerbe, biologische Vielfalt und die besondere Schutzwürdigkeit des Wattenmeers.

Erster Anlaufpunkt für Besucher im friesischen Dangast ist das neue Weltnaturerbe-Portal direkt am Strand. Neben der Tourist-Info gibt es dort eine Sauna- und Wellness-Landschaft, Produkte aus der Region und ebenfalls eine Ausstellung zum Weltnaturerbe Wattenmeer.

Moderne Zeiten sind auf der Insel Spiekeroog angebrochen. Besucher erwartet dort ganz großes Kino, nachdem der altehrwürdige Kursaal mit digitaler Kinotechnik aufgerüstet wurde. Der Umbau hat knapp 300 000 Euro gekostet. Das Land Niedersachsen steuerte 93 000 Euro aus EU-Mitteln bei. Wer bei schönem Wetter lieber draußen statt im Kino sitzen will, kann bereits von zu Hause aus seinen Strandkorb online buchen.

An der gesamten ostfriesischen Halbinsel und selbst auf der kleinsten Insel Baltrum sollen Osterfeuer den Himmel erleuchten. Manche Orte wie Neuharlingersiel haben traditionell einen Ostermarkt geplant. In Butjadingen sollen gleich fünf Osterfeuer brennen. Zudem eröffnet dort der „Natur-Erleben-Langwarder-Groden“, ein Rundwanderweg und Naturerlebnispfad.

Kuriose Osterbräuche sind noch vielerorts in Ostfriesland zu sehen: Beim „Eiertrüllen“ werden bunte Ostereier von Hügeln, Wällen, Deichen oder Dünen hinunter gerollt. Ziel des Spieles ist es, dass das „gerollte“ Ei unversehrt und schnell unten ankommt. Beim „Hicken-Bicken Sönndag“ kommt es zu einem kleinen Zweikampf, wenn zwei Personen jeweils mit einem Osterei aneinanderstoßen. Verloren hat derjenige, dessen Ei beschädigt wird. Die ostfriesische Version von Boccia heißt „Nötenscheten“: Dabei versuchen etwa sechs Mitspieler, gegeneinander die meisten Walnüsse aus einer kreisförmigen Markierung zu schießen.

dpa

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